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Hilfe zur Pflege – Was ist das und wie wird sie berechnet?

Leistungen der Hilfe zur Pflege greifen, wenn die eigenen finanziellen Mittel nicht ausreichen. Wir zeigen die Leistungen und Voraussetzungen.

Was tun, wenn die finanziellen Mittel für die Pflege nicht reichen? Wann kann Hilfe zur Pflege beantragt werden? Dass das Pflegegeld für eine vollständige Versorgung gehandicapter oder älterer Menschen nicht ausreicht, dürfte den meisten pflegenden Angehörigen bald schmerzlich bewusst werden.
Denn selbst bei einem höheren Pflegegrad 4, der eine Pflegesachleistung von 1.612 Euro im Monat mit sich bringt, fallen rasch Zuzahlungen von mehreren hundert Euro im Monat an. Und das bereits dann, wenn lediglich eine große Morgentoilette samt Windelwechsel und eine weitere Darm-Blasenentleerung am Abend mit Pflege und Reinigung des Intimbereichs gebucht wird.

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Wie lassen sich hohe Zuzahlungen vermeiden?

In aller Regel müssen daher auch eigene Mittel aus den Altersbezügen und/oder Eigenleistungen der Angehörigen mit in die Versorgung der Pflegebedürftigen eingebracht werden. Ein Grund mehr, rechtzeitig vorzusorgen. Etwa durch eine private Pflegeversicherung oder auch durch selbstgenutztes Wohneigentum, so dass mehr Rente oder Pension zur Verfügung steht als bei den Senioren, die noch zusätzlich Miete zahlen.
Übrigens wird – statistisch betrachtet – jede zweite Frau und jeder dritte Mann im Verlauf seines/ihres Lebens von einer Pflegebedürftigkeit betroffen sein. Die Tendenz ist steigend, da wir ein zunehmend höheres Alter erreichen.

Es macht also Sinn, frühzeitig Rücklagen zu bilden oder auch private Zusatzversicherungen abzuschließen, da die staatliche Pflegeversicherung allenfalls eine Grundversorgung gewährleistet und all jenen, die ein bisschen mehr wollen, durchaus heftige Zuzahlungen drohen. Mit anderen Worten: Mitunter müssen Immobilien veräußert werden oder könnten sogar auf Kinder (siehe dazu unseren gesonderten Beitrag), als direkte Nachkommen, Forderungen zukommen.

Hilfe zur Pflege – wenn die eigenen Mittel zur Finanzierung der Pflege nicht mehr ausreichen

Lassen weder die finanziellen Möglichkeiten des Pflegebedürftigen selbst noch die monetären Mittel ggf. zuzahlungspflichtiger Angehöriger (auch Eltern müssen für ihre Kinder einstehen!) eine notwendige und würdige ambulante Versorgung zu, dann wird natürlich der Staat in Form einer Sozialleistung einspringen.

Hier lautet der Fachterminus „Hilfe zur Pflege“. Oder anders ausgedrückt: Pflegebedürftige Personen und deren Angehörige, die den notwendigen Pflegeaufwand nicht aus eigenen Mitteln bestreiten können, können eine entsprechende Sozialhilfe, die Hilfe zur Pflege, beantragen. Eine Leistung, die mit Einführung der Pflegeversicherung im Januar 1995 (ja, so lange liegt das nun schon zurück) reformiert wurde.

Welche Leistungen werden bei der Hilfe zur Pflege übernommen und was müssen Pflegebedürftige selbst bezahlen?

Leistungen der Hilfe zur Pflege

Übernommen werden bei der Hilfe zur Pflege sämtliche notwendigen Pflegetätigkeiten (so genanntes Bedarfs(deckungs)prinzip), natürlich abzüglich eines unter Umständen vorhandenen Vermögens wie auch der Zuzahlungen ggf. unterhaltspflichtiger Angehöriger.
Zudem sind – ehe die Sozialhilfe in Form der Hilfe zur Pflege einspringt – Ansprüche aus Pflege- und Unfallkassen vollumfänglich auszuschöpfen. Übernommen werden damit quasi jene erforderlichen Pflegetätigkeiten, die sich aus keinen anderen Mitteln und keiner Versicherung aufbringen lassen.

Was bedeutet das im konkreten Einzelfall?

Die Tücke liegt somit im Detail. Denn ein Gutachter bestimmt, welche Leistungen in welchem Umfang gewährt werden. Oder anders ausgedrückt: Es können sich – wie bei anderen Sozialleistungen auch – durchaus Diskrepanzen zwischen den Wünschen der Betroffenen und der staatlichen Sichtweise, was wirklich notwendig ist, auftun.
Mehr noch: Der Sozialhilfeträger darf Wünschen, die mit unbilligen Mehrkosten verbunden wären, gar nicht erst nachkommen!

Im Umkehrschluss hat aber auch bei der Hilfe zur Pflege – wie in der gesamten Gesetzgebung rund um pflegebedürftige Personen – die ambulante häusliche Versorgung vor einer teil- oder vollstationären Versorgung Vorrang. Niemand braucht also zu befürchten, vorschnell in eine Heim abgeschoben zu werden. Das bedeutet aber auch, dass der Sozialhilfeträger ggf. Ressourcen im privaten sozialen Umfeld des Pflegebedürftigen ausschöpft, sprich, eine Hilfestellung durch Kinder und andere Verwandte, die dazu in der Lage sind, einfordert.

Denn sollte die häusliche ambulante Pflege deutlich teurer als eine vollstationäre Heimunterbringung ausfallen, darf bzw. muss der Sozialhilfeträger die Übernahme der Kosten ablehnen.

Auch bei der Hilfe zur Pflege (die mit einer Heimunterbringung erlischt) haben wir es also – einmal mehr – mit individuellen Einzelfallentscheidungen zu tun!

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