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Was ist eine Pflegebox und was müssen Sie bei der Auswahl beachten?

Eine Pflegebox enthält wichtige Pflegehilfsmittel zur häuslichen Pflege. Wir geben Tipps für die richtige Wahl und erklären die Voraussetzungen.

Wenn Sie Ihren pflegebedürftigen Angehörigen selbst zu Hause pflegen, kann eine Pflegebox mit entsprechenden Hilfsmitteln und Verbrauchsmaterialien benötigt werden. Seit einigen Jahren bieten unterschiedliche Firmen diese Pflegeboxen an, mit denen Sie alle nötigen Hilfsmittel und Verbracuhsmaterialen zur Pflege direkt an die Haustür geliefert bekommen.

Was ist eine Pflegebox?

Unter dem Begriff Pflegebox wird eine Form der Unterstützung verstanden, die es Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen erleichtert, die notwendigen Pflegehilfsmittel und Verbrauchsmaterialien direkt geliefert zu erhalten. Dabei kann bei vielen Anbietern sowohl eine vorkonfigurierte Box gewählt werden oder aber eine selbst zusammengestellt werden. Bei der Bestellung werden die entsprechenden personenbezogenen Daten erfasst und vom Anbieter der Pflegebox direkt an die zuständige Pflegekasse weitergeleitet. In einem ersten Schritt erfolgt dort die Prüfung einer Zusage für die Kostenübernahme. Das heißt, die Anbieter von Pflegeboxen rechnen direkt mit der Pflegekasse ab, womit Sie in Ihrer Unterstützung für den Pflegebedürftigen enorm entlastet werden.

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Diese Pflegehilfsmittel gibt es

Hier unterscheidet man nach rechtlichen Vorgaben. Als Verbrauchshilfsmittel werden etwa Pflegehilfsmittel nach § 40 SGB XI bezeichnet. Darunter finden Sie

  • Bettschutzeinlagen, die einmal verwendet werden
  • Fingerlinge für Privatpersonen
  • Nicht sterile Einmalhandschuhe
  • Schutzschürzen
  • Desinfektionsmittel für Oberflächen und für Hände
  • Kleidungsschutz
  • Mundschutz

Technische Hilfsmittel sind nach § 40 SGB XI definiert und umfassen

  • Rollatoren
  • Pflegebetten
  • Individuelle Matratzen wie etwa solche mit Wechseldruck oder extra weiche
  • Toilettenstühle
  • Duschstühle
  • Lifter für Bett und Badewanne

Und dann gibt es laut Gesetz noch sogenannte Hilfsmittel zur Krankenbehandlung, die im § 33 SGB V definiert werden. Darunter versteht man

  • Orthesen
  • Zahnprothesen
  • Hörgeräte und Hörhilfen
  • Prothesen und andere Körperersatzstücke
  • Unterarmgehstützen
  • Rollstühle
  • Sonstige Gehhilfen

Der Bedarf an Pflegehilfsmittel muss eine Rechtsgrundlage haben

Es ist genau geregelt, wann ein Pflegebedürftiger einen Anspruch auf Pflegehilfsmittel hat. Sie müssen zum einen die Pflege oder die Linderung von Beschwerden erleichtern oder ihm eine selbstständige Bewältigung des Alltags ermöglichen. Wieviel die einzelnen Pflegekassen für Pflegehilfsmittel zahlen, ist exakt geregelt. Der Betrag liegt bei 40 Euro pro Monat, wobei er auch als Kostenerstattung in Anspruch genommen werden kann.

Voraussetzungen für die Pflegebox

Damit Sie Pflegeboxen nutzen können, müssen Sie bzw. Ihr pflegebedürftiger Angehöriger gewisse Voraussetzungen erfüllen. Dazu zählt, dass

  • ein Pflegegrad vorhanden und genehmigt ist. Es ist aber nicht entscheidend, welcher Pflegegrad vorliegt.
  • Sie die richtigen Pflegehilfsmittel auswählen. Denn die 40 Euro monatlich, die von der Pflegekasse übernommen werden, sind nur für Dinge bestimmt, die Sie in der oben genannten Liste unter den „Pflegehilfsmittel, die zum Verbrauch bestimmt sind“ finden.
  • der Pflegebedürftigen entweder zu Hause oder im betreuten Wohnen bzw. in einer WG versorgt werden muss.
  • die Pflege von Ihnen als Angehörigen gegeben sein muss. Der Pflegebedürftige darf nicht nur von Fachpersonal versorgt werden, sondern durch ihm Nahestehende.

Welche Leistungen umfasst eine Pflegebox?

In einer Pflegebox sind verschiedenste Pflegehilfsmittel enthalten

Was alles in einer Pflegebox enthalten ist, hängt vom Anbieter ab. Meist können Sie den Inhalt selbst konfigurieren. Doch was und wieviel Sie dann genau für 40 Euro bekommen, kann unterschiedlich sein. Hier sollten Sie die Anbieter genau vergleichen, bevor Sie Ihre Wahl treffen.

Inhalt der Pflegebox

Wenn Sie sich die Anbieter von Pflegeboxen genau ansehen, werden Sie zwar gewisse Unterschiede, aber auch Übereinstimmungen finden. Bei libify etwa finden Sie folgenden Inhalt:

  • Mundschutz; dieser ist derzeit in Zeiten der Corona-Pandemie natürlich wichtig, aber nicht nur deswegen. Denn er schützt auch vor Keimen und Bakterien bzw. dann, wenn unangenehme Gerüche die pflegende Tätigkeit belasten.
  • Desinfektionsmittel, die in der Pflegebox sowohl für die Hände, als auch für größere Flächen (Oberflächen) gedacht sind. Sie sind als wichtige Komponente im Bereich der Hygiene zu sehen.
  • Kleidungsschutz, der als Schutzschürze geformt ist und vor allem dann zum Einsatz kommt, wenn etwa der pflegebedürftige Angehörige gefüttert werden muss.
  • Bettschutzeinlagen, die zum Einmalgebrauch gedacht sind. Sie haben eine Mindestgröße von 60 x 40 Zentimeter. Unterschieden wird hier zwischen waschbaren und einmal verwendbaren Stücken. Erstgenannte werden jedoch von der Pflegekasse nicht unterstützt.
  • Einmalhandschuhe, die zum Schutz vor Ausscheidungen oder beim Auftragen von Medikamenten die eigene Haut des Pflegenden schützt. Beachten Sie, dass in der Pflegebox meist keine sterilen Handschuhe enthalten sind.

Diese genannten Bestandteile einer Pflegebox können Sie individuell und exakt auf den Bedarf Ihres pflegebedürftigen Angehörigen abstimmen. Es ist klar, dass Sie nicht alle Artikel in die Box packen müssen. Dank der personalisierten Möglichkeiten besteht viel Spielraum für das, was Sie bzw. Ihr pflegebedürftiger Angehöriger tatsächlich benötigt.

Gibt es eine Pflegebox bei Inkontinenz?

Viele Menschen, die pflegebedürftig sind, leiden auch an einer Inkontinenz. Das ist nicht nur bei der Pflege selbst ein sehr heikles Thema, da der Verlust der Selbstständigkeit bei Ausscheidungen generell meist mit sehr viel Scham einhergeht.

Leider gibt es weder in den Pflegeboxen noch in der zulässigen Liste der Pflegehilfsmittel Vorlagen oder Windeln. Sie können lediglich Bettschutzeinlagen direkt bei der Pflegekasse beantragen. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass Sie diese Dinge selbst bezahlen müssen. Sie können diese auch von einem Arzt mittels Rezept verschreiben lassen. Voraussetzung dafür ist, dass eine mittlere Inkontinenz vorliegt. In der Folge werden die Kosten durch die Krankenkasse direkt getragen. Sie müssen lediglich eine Zuzahlung übernehmen.

Gibt es Bettschutzeinlagen in einer Pflegebox?

Wenn Ihr pflegebedürftiger Angehöriger an Inkontinenz leidet, kennen Sie vermutlich alle dafür unterstützenden Hilfsmittel wie Einlagen, Windeln und Katheter. Es gibt auch wiederverwendbare Bettschutzeinlagen, die jedoch nicht in einer Pflegebox versandt werden können. Streng genommen fallen sie nämlich nicht unter den § 40 SGB XI.

Bei manchen Pflegekassen besteht jedoch eine gewisse Kulanz und anteilige Kosten für Bettschutzeinlagen werden übernommen. Informieren Sie sich bei der für Sie zuständigen Kasse, da Sie den Antrag auf Kostenübernahme im Vorfeld stellen müssen.

Die Vorteile der Pflegebox

Pflegeboxen, egal von welchem Anbieter, haben ihre Vorteile. Denn zum einen fällt gerade im Alter oft der Weg zur Apotheke oder zum Sanitätshaus schwer. Zum anderen kann auch das ständige Ausfüllen von Anträgen unter Einhaltung bestimmter Fristen eine außerordentliche Belastung sein. Und im schlimmsten Fall gehen die benötigten Utensilien für die Pflege zu Ende und die Qualität der folgenden Unterstützung nimmt naturgemäß ab.

Wenn Sie die Pflegehilfsmittel selbst bei einem Sanitätshaus bestellen und kaufen, müssen Sie in der Folge selbst den entsprechenden Antrag bei der Pflegekasse stellen. Wenn Sie sich für eine Pflegebox entscheiden, rechnet der Anbieter direkt mit der Pflegekasse ab. Sie müssen nur die Anmeldung auf der Website des Anbieters ausfüllen, der Rest erledigt sich dann von alleine.

Damit sind Sie in der Folge mit keinen Abrechnungen, Fristen oder neuerlichen Anträgen mehr befasst und haben mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge. Damit bieten Pflegeboxen einen wichtigen Mehrwert für Laienpflegepersonal, aber auch für den pflegebedürftigen Angehörigen selbst.

Beachten Sie zudem die Flexibilität der Pflegebox, die einen weiteren Vorteil darstellt. Denn vielleicht verändert sich die Situation Ihres Angehörigen und Sie benötigen neue Pflegehilfsmittel oder andere gar nicht mehr. Dank einer flexiblen Anpassungsmöglichkeit der Pflegebox können Sie immer rasch und vor allem passend reagieren. Notwendige Veränderungen beim Inhalt können Sie meist innerhalb eines Monats telefonisch beim Kundenservice beantragen oder aber online eingeben.

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