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Rente für Pflege von Angehörigen rückwirkend – Geht das?

So beantragen Sie Rente für Pflege von Angehörigen - wir informieren Sie über Voraussetzungen und erklären, warum Sie nicht zögern sollten.

Eine Rente für Pflege von Angehörigen ist möglich und lohnt sich. Lange Zeit galt die Pflege von Angehörigen als Armutsrisiko. Zumal dann, wenn sie von Frauen ausgeübt wurde, die ohnehin schon während einer Babypause und / oder der Kindererziehung Beitragszeiten zur eigenen Rente versäumt hatten. Doch nun kann sich die nicht erwerbsmäßige Pflege von Angehörigen sogar lohnen, betont die Deutsche Rentenversicherung. Zumindest unter gewissen Gegebenheiten und mit einigen Einschränkungen, denn die Rente für Pflege von Angehörigen kann nicht
rückwirkend gutgeschrieben werden.

Wer Familienmitglieder bei sich zu Hause oder aber in deren persönlichem Umfeld pflegt, muss also rechtzeitig selbst aktiv werden.

Was bedeutet „nicht erwerbsmäßige Pflege“?

Grundvoraussetzung für eine Anrechnung der Pflege auf die eigenen Rentenansprüche ist dabei, dass diese ehrenamtlich – also nicht erwerbsmäßig – erfolgt. Dabei schließt diese Definition eine kleine finanzielle Anerkennung, die die zu pflegende Person zum Beispiel aus ihrem Pflegegeld bestreitet, jedoch mitnichten aus.

Hier geht es also ausschließlich darum, dass eine berufsmäßig tätige Pflegefachkraft für im privaten Bereich ausgeübte Pflegetätigkeiten nicht (zusätzlich) versicherungspflichtig werden kann. Andere Familienmitglieder dürfen dagegen durchaus – ohne damit ihre Rentenansprüche zu gefährden – für ihren Einsatz „entlohnt“ werden.

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Weitere Voraussetzungen müssen erfüllt sein!

Freilich gibt es weitere Voraussetzungen, die für einen späteren Rentenanspruch erfüllt sein müssen. Zunächst einmal muss die Person, die betreut wird, mit Pflegegrad 2 (oder höher) eingestuft werden. Hier ist also eine Begutachtung durch den so genannten MDK, den medizinischen Dienst der Krankenkassen, der erste Schritt. Der wird, anhand eines Fragebogens und bei einem persönlichen Besuch, beurteilen, ob die Pflege notwendig ist und welcher Zeitaufwand dabei anfällt. Denn die zu leistenden Pflegetätigkeiten müssen mindestens 10 Stunden pro Woche und das verteilt auf zwei Tage pro Woche anfallen.

Zudem muss die Versorgung der pflegebedürftigen Person in häuslicher Umgebung erfolgen und die- oder derjenige, der Rentenansprüche geltend macht, darf nicht mehr als 30 Stunden neben der Pflege berufstätig sein.

Sind diese Grundvoraussetzungen erfüllt, kann das Vorliegen einer nicht erwerbsmäßigen, jedoch versicherungspflichtigen Pflege geprüft werden. Da die Rente für Pflege von Angehörigen wie gesagt nicht rückwirkend berechnet und anerkannt wird, sollte dieser Antrag rechtzeitig gestellt werden.

Werden Sie rechtzeitig aktiv!

Beatragen Sie die Rente für Pflege von Angehörigen rechtzeitig!

Übrigens spielt es für die Anerkennung einer versicherungspflichtigen Pflegetätigkeit keine Rolle, ob zusätzlich ein Seniorenservice oder Pflegedienst als externer Dienstleister ins Haus kommt. Entscheidend ist hier allein der Zeitaufwand, der noch von dem antragstellenden Angehörigen für die zusätzliche Pflege aufgebracht wird. Denn meist übernehmen die professionellen Pflegefachkräfte ja lediglich eine Grundversorgung und müssen pflegende Angehörige noch selbst viel Zeit, Liebe und Mühe aufwenden.

Doch wie gesagt: Eine Anerkennung der versicherungspflichtigen Pflege von bzw. durch Angehörige bzw. deren Anspruch auf eine Rente ist rückwirkend nicht mehr möglich, so dass ein zeitnaher Kontakt mit der Pflegekasse im eigenen Interesse liegt.

An wen muss ich mich wenden und was ist zu beachten?

An wen muss ich mich wenden, wenn es um eine rückwirkende Rentenversicherung geht?

Ansprechpartner ist die Krankenkasse, die ihrem Versicherungsnehmer, also der zu pflegenden Person oder auch dem betreuenden Angehörigen, einen so genannten „Fragebogen zur Zahlung der Beiträge zur sozialen Sicherung für nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen“ zur Verfügung stellt. In diesem Dokument mit dem zugegeben sperrigen Namen geht es darum, den Tätigkeitsumfang, aber auch das übrige berufliche Engagement (siehe oben) der Pflegeperson zu ermitteln und danach zu entscheiden: „Zahlreiche nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen sind auf diese Weise durch die gesetzliche Rentenversicherung geschützt“, wirbt die Deutsche Rentenversicherung für einen Antrag, der weder die Pflegeperson noch den betreuten Senior oder Patienten einen Cent kostet.

Denn die Rentenversicherungsbeiträge werden entweder von der Pflegekasse oder dem privaten Versicherungsunternehmen der zu pflegenden Person bezahlt. Bei Pflegebedürftigen mit Anspruch auf Beihilfe- oder Heilfürsorge Leistungen erfolgt die
Zahlung dann anteilig von Pflegekasse und Beihilfestelle.

Unser Fazit zum Thema Rente für Pflege von Angehörigen:

Niemand braucht sich also zu scheuen, einen Antrag zu stellen, da dieser nur Vorteile mit sich bringt, wenn er einmal bewilligt ist, jedoch keinen Cent kostet. Wichtig ist nur, möglichst zeitnah beim Eintreten des Pflegefalls im familiären Umfeld aktiv zu werden, denn die Rente für die Pflege von Angehörigen lässt sich nicht rückwirkend beantragen.

Auch muss der gewöhnliche Aufenthaltsort der Pflegeperson in Deutschland, im Europäischen Wirtschaftsraum oder aber in der Schweiz liegen. Einige spezielle Berufsgruppen wie Geistliche, Beamte oder Richter sind übrigens grundsätzlich versicherungsfrei. Auch bei Personen, die bereits eine Vollrente beziehen, ist eine weitere Aufstockung der Rentenpunkte durch eine nicht erwerbsmäßige Pflege von Angehörigen dann nicht mehr vorgesehen.

Um die tatsächliche aus der Pflege von Angehörigen resultierende Rente zu berechnen, arbeiten Pflegeversicherung und Rentenversicherer mit einem fiktiven Gehalt. Grundsätzlich lässt sich sagen: Je höher der Pflegegrad und je weniger professionelle Hilfe gleichzeitig in Anspruch genommen wird, desto höher wird die Rente für die pflegenden Angehörigen später einmal ausfallen!

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