Nährstoffmangel bei Senioren – Erkennen, Behandeln und hilfreiche Tipps
Müde und schlapp durch Nährstoffmangel? Praktische Tipps, wie Sie Mangelernährung erkennen und ganz einfach ausgleichen können.
Stand 04. Februar 2026
Ursachen von Nährstoffmangel
Mit zunehmendem Alter nimmt die Leistungsfähigkeit der Organe ab. Dies kann zu Appetitlosigkeit und geringerer Nahrungsaufnahme führen. Das liegt natürlich auch daran, dass ältere Menschen weniger Muskelmasse besitzen als noch Jüngere, zudem nimmt der Bewegungsanteil ab. Damit benötigt ein 75-Jähriger durchschnittlich um ein Viertel weniger Energie als ein 25-jähriger. Der Nährstoffbedarf bleibt hingegen auch bei den älteren Personen gleich. Gerade was Calcium und die Vitamine D und B6, aber auch B12 und C betrifft, haben Senioren sogar einen höheren Bedarf, ebenso wie bei Proteinen.
Ein Grund für die geringere Aufnahme bestimmter Vitamine oder Mineralien liegt darin, dass die Magensäure im Alter in ihrer Produktion deutlich abnimmt. Auch die Verdauungsenzyme sowie der von der Magenschleimhaut gebildete Intrinsic Faktor, der für die Aufnahme von Vitamin B12 zuständig ist, werden weniger. Damit sinkt in der Folge die Verwertbarkeit des Vitamins.

Dazu kommt, dass schätzungsweise 20 bis 50 Prozent der älteren Menschen an einer chronischen atrophischen Gastritis leiden. Diese schränkt die Magenschleimhaut weiter ein. Zusätzlich kommt es bei vielen aufgrund der Medikamenteneinnahme zu einem weiter verschlechterten Status der Vitamin B. Vor allem häufig verordnete Herzglykoside gegen eine bestehende Herzschwäche können zu Appetitlosigkeit führen, ebenso wie Sedativa, die Appetitmangel oder Verstopfungen zur Folge haben. Antirheumatika hingegen können im Magen-Darm-Trakt chronische Entzündungen auslösen, womit sich ebenfalls der Appetit deutlich zurückbildet.
Ein weiterer Grund, der oft unterschätzt wird, sind schlecht sitzende Zahnprothesen oder aber auch Zahnschmerzen, die die Betroffenen nicht artikulieren. Kommen dann noch verringerter Speichelfluss oder eine Mundtrockenheit dazu, essen Betroffene häufig noch weniger oder greifen nur mehr zu weichen Speisen. Damit bleibt eine gesunde Mischkost mit Gemüse und Obst, aber auch Vollkornprodukten und Fleisch vom Speiseplan verbannt, womit sich in letzter Konsequenz die Energie- und Nährstoffversorgung dadurch deutlich reduziert.
So wirkt sich ein Nährstoffmangel im Alter aus
Wer über längere Zeit zu wenig isst oder sich einseitig ernährt, muss mit ernsthaften körperlichen Folgen rechnen:
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Abbau von Muskelkraft und Knochenmasse → erhöhtes Sturzrisiko
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Beeinträchtigung innerer Organe → Herzrhythmusstörungen, Atemprobleme, erhöhte Infektionsanfälligkeit
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Verschlechterte Wundheilung → mögliches Entstehen von Druckgeschwüren (Dekubitus)
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Schlechtere Verträglichkeit von Medikamenten → verzögerte Genesung
Nährstoffmangel Symptome
Nachdem die Auswirkungen von einem Nährstoffmangel durchaus drastisch ausfallen können, sollten Betroffene bzw. ihre Angehörigen möglichst früh auf entsprechende Alarmzeichen oder Signale achten. In einem ersten Schritt ist der physische Zustand des Betroffenen genau zu beobachten, erste Anzeichen sind dann häufig beispielsweise
- Appetitlosigkeit
- Ablehnen von Mahlzeiten oder Getränken
- „schwache Beine“ oder generell körperliche Schwäche
- Schwindel
- Veränderungen an der Haut
- Müdigkeit, die bis zur Teilnahmslosigkeit gehen kann
Eisenmangel – Symptome
Ein Eisenmangel zeigt sich meist durch anhaltende Müdigkeit, schnelle Erschöpfung und blasse Haut. Auch Konzentrationsprobleme, ein geschwächtes Immunsystem und langsamere Wundheilung können auftreten. Bleibt der Mangel bestehen, drohen ernsthafte Folgen wie Herz- oder Atemprobleme sowie ein erhöhtes Sturz- und Unfallrisiko, besonders bei älteren Menschen.Natriummangel – Symptome
Ein Natriummangel zeigt sich besonders bei älteren Menschen durch Benommenheit, Verwirrung, Lethargie und Muskelzittern. Auch Kopfschmerzen, Krampfanfälle oder Kälteempfindlichkeit können auftreten. Bei chronischem Mangel steigt das Risiko für unsicheren Gang, Stürze und andere Unfälle. Je stärker der Natriumabfall, desto deutlicher werden die Symptome, und ältere Betroffene reagieren oft nur noch auf starke Stimulation.
Vitamin-D-Mangel – Symptome
Ein Vitamin-D-Mangel äußert sich häufig durch anhaltende Knochen- und Muskelschmerzen, eine geschwächte Muskelkraft sowie Taubheitsgefühle oder Muskelkrämpfe. Bei älteren Menschen können auch Verformungen der Wirbelsäule, Sturzgefahr und ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche auftreten. Zudem steigt die Anfälligkeit für Infektionen, und Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen können auftreten.

Nährstoffmangel – Test & Diagnose
Wer unter einem Nährstoffmangel leidet, der nimmt in erster Linie einmal stetig ab. Daher ist das Körpergewicht des Betroffenen regelmäßig zu prüfen, vor allem aber empfiehlt es sich, den sogenannten Body-Mass-Index zu berechnen. Dieser ergibt sich aus dem Verhältnis von Körpermaße zu Körpergröße. Berechnet wird er einfach durch Teilung des Körpergewichtes durch das Quadrat der Körpergröße in Meter (BMI = kg / (m²)). Für Erwachsene, die älter als 65 Jahre sind, gilt ein geringer BMI, der weniger als 20 Punkte aufweist, als Indiz für eine Mangelernährung.
Natürlich sollte bei einem entsprechenden Verdacht auf die Malnutrition auch eine ärztliche Untersuchung erfolgen. Dieser hat unterschiedliche Diagnosemöglichkeiten zur Auswahl, meist in Form spezieller Screenings zur Verfügung. Diese stellen rasch und mit hoher Genauigkeit fest, ob eine Mangelernährung vorliegt. Zur Anwendung kommen
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MUST-Screening, wobei der Begriff MUST von Malnutrition Universal Screening Tool“ abgeleitet ist; damit kann zuverlässig das Risiko einer Mangelernährung erfasst werden.
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MNA-Test, das Mini Nutritional Assessment, der vor allem bei älteren Menschen eingesetzt wird.
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NRS-Screening, das Nutritional Risk Screening, das hauptsächlich im stationären Bereich angewandt wird; aus vier Fragen zu Gewicht, Gewichtsverlust und Nahrungszufuhr bzw. Erkrankung kann die Notwendigkeit einer genaueren Bewertung, also eines Hauptscreenings, erfolgen.
Nährstoffmangel im Alter stoppen & behandeln – einfache Methoden
Sobald die Ursachen für die Ernährungsprobleme feststehen, wird der behandelnde Arzt die notwendigen Maßnahmen ergreifen bzw. gemeinsam mit dem Betroffenen und seinen Angehörigen besprechen. Oft macht es außerdem Sinn, eine Ernährungsberaterin hinzuzuziehen. Auf dieser Grundlage können dann gezielt Maßnahmen ergriffen werden, um den Nährstoff- und Energiebedarf zu decken.
Schritte bei Ernährungsproblemen und Nährstoffmangel:
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Ursachen klären
Der Arzt untersucht mögliche Ursachen wie Krankheiten, Appetitlosigkeit, Schluckstörungen oder Medikamente.
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Maßnahmen besprechen
Gemeinsam mit dem Betroffenen und ggf. Angehörigen werden mögliche Maßnahmen geplant.
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Ernährungsplan erstellen
Ein individuell abgestimmter Speiseplan wird erstellt, der alle wichtigen Nährstoffe enthält und den Energiebedarf deckt.
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Maßnahmen umsetzen
Mahlzeiten werden angepasst, angereichert oder ergänzt, um Nährstoffdefizite auszugleichen.
Praktische Tipps für die Umsetzung:
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Ausgewogene Mischkost: Fettreiche Milchprodukte, Obst, Gemüse, Vollkornprodukte sowie Fisch oder Fleisch einplanen.
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Geschmack verbessern: Kräuter und Gewürze steigern die Akzeptanz der Mahlzeiten.
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Vorlieben berücksichtigen: Essenswünsche erhöhen Appetit und Freude am Essen.
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Mehrere kleinere Mahlzeiten: Besonders bei älteren Menschen helfen kleinere, häufigere Mahlzeiten oder Zwischenmahlzeiten, ausreichend Energie aufzunehmen.
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Mahlzeiten anreichern: Bei Bedarf können Mahlzeiten gezielt mit Proteinen, Fett oder Kalorien ergänzt werden.

Gezielte Lösungen für Schluckstörungen oder Schluckbeschwerden
Essen ältere Menschen wenig, weil sie Probleme oder sogar Schmerzen beim Schlucken haben, muss zur Bekämpfung der Mangelernährung explizit darauf eingegangen werden. Sinnvoll sind beispielsweise dünnflüssige Speisen und Getränke, die mit einem extra Dickungsmittel angereichert werden, damit sie leichter geschluckt werden können. So kann eine ganz individuell gewünschte Konsistenz erreicht werden – und der ältere Mensch kann seinen Kaffee oder die Suppe wieder genießen, ohne Angst haben zu müssen, dass er sich verschlucken könnte.
Mehr Erfolg durch medizinische Trinknahrung
Reicht die normale Nahrungsaufnahme nicht aus, kann kalorienreiche Zusatznahrung oder Trinknahrung sinnvoll sein. Vollständig bilanzierte Trinknahrungen lassen sich ergänzend oder als alleinige Ernährung einsetzen und helfen, Gewichtsverlust sicher und schnell zu stoppen. Studien zeigen, dass sie oft leichter akzeptiert werden als feste Nahrung und die Lebensqualität sowie den Ernährungsstatus deutlich verbessern. Die positiven Effekte sind unter anderem
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Weniger Infektionen
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Kürzere oder auch weniger Aufenthalte in stationären Einrichtungen
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Verbesserung des Gesundheitszustandes
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Geringere Einschränkungen im selbstbestimmten Alltag
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Geringere Sterblichkeit unter akut erkrankten Senioren
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Weniger Druckgeschwüre und schlecht heilende Wunden
Wird der Nährstoffmangel mit den genannten Maßnahmen nicht nachhaltig verbessert – etwa weil massive Schluckstörungen vorliegen – kann auch eine ergänzende Ernährung mithilfe einer Sonde als Lösung Sinn machen.
Häufige Fragen zum Thema Nährstoffmangel
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Vitamine D, B12, B6, C, Calcium, Eisen und Proteine sind im Alter besonders wichtig, da sie Knochen, Muskeln, Immunsystem und Stoffwechsel unterstützen.
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Ein Mangel zeigt sich durch Müdigkeit, Schwäche, Konzentrationsprobleme, geschwächtes Immunsystem, Muskel- oder Knochenschmerzen und erhöhteres Sturzrisiko.
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Besonders häufig fehlen Senioren Vitamin D, B12, B6, C sowie Mineralstoffe wie Calcium und Eisen.
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Mangelernährung äußert sich durch Gewichtsverlust, Muskelschwund, nachlassende Knochenstabilität, Infektanfälligkeit, langsame Wundheilung und verringerte Leistungsfähigkeit.
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