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Wenn die Kinder ausziehen: Do’s and Dont’s

Die Kinder ziehen aus: Wie Sie Ihren Liebsten Halt geben und loslassen können. Die Do’s & Dont’s für eine glückliche Eltern-Kind-Beziehung.

Wenn die Kinder flügge werden und ausziehen, bedeutet das meist einen großen Umbruch im gewohnten Leben. Es ist gleichzeitig der Tag, an dem Sie vor Stolz über die Eigenständigkeit Ihrer Kinder platzen, und der Tag, an dem Sie sich fragen, wo die Zeit geblieben ist.

Wenn Sie sich an Ihren eigenen Auszug erinnern, denken Sie vermutlich an das aufregende Gefühl von Freiheit, Nervenkitzel und eine Zukunft voller Möglichkeiten – und weniger an Ihre besorgten Eltern und deren Briefe voller guter Ratschläge.

Trotzdem ist der Auszug der Kinder eine gute Gelegenheit, sich mit ihnen zusammenzusetzen und in Erinnerungen zu schwelgen. Und dabei den einen oder anderen tatsächlich nützlichen Rat über die Do’s & Dont’s des neuen Lebensabschnitts zu mitzugeben.

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Die erste eigene Wohnung

Die erste eigene Wohnung drückt für viele ihre Persönlichkeit aus. Möbel und Dekoration sind sowohl bunt zusammengewürfelt als auch sorgsam ausgewählt, damit es ein ganz eigenes Zuhause wird.

Im Kinderzimmer waren Ihre Kinder umgeben von all dem, wer sie mal waren und sein wollten. Die neue Wohnung oder das neue WG-Zimmer hingegen bietet einen neuen Anfang, eine leere Leinwand für die Frage, wer man eigentlich ist.

Daher ist es entscheidend und auch wichtig, wie die Einrichtung aussieht. Ihr Geschmack mag es nicht sein und Ihr Lebensstandard möglicherweise auch nicht. Üben Sie sich in Nachsicht, denn schließlich werden nicht Sie darin wohnen.

Do: Erfahrung anbieten

An Erfahrung sind Sie Ihren Kindern um einiges voraus. Sie wissen, was es bedeutet, die volle Verantwortung für sich selbst zu tragen. Sie haben wahrscheinlich schon einmal sonntags vor dem leeren Kühlschrank gestanden oder morgens vor der leeren Sockenschublade, Termine verpasst und Behördengänge erledigt, Rechnungen vergessen und über die Mahngebühren geflucht.

Sie sollten diese Erfahrung auch anbieten. Drängen Sie sie Ihrem Kind nicht auf und erwarten Sie nicht, dass es nicht dieselben Fehler machen wird.

Aber wenn Sie von Ihren Missgeschicken erzählen, Ihrem Scheitern und Ihren kreativen Lösungen, geben Sie Ihrem Kind auch die Gewissheit mit, dass es Fehler machen darf. Dass es den Alltag nicht auf Anhieb perfekt organisieren muss, sondern dass ganz profane Dinge schiefgehen können.

Stärken Sie Ihrem Kind so den Rücken für die kommende Zeit und die kommenden Fehler. Das erlaubt es ihm, Sie irgendwann um Rat und Hilfe bitten zu können.

Don’t: Lösungen für (noch) nicht aufgetreten Probleme suchen

Manche Dinge lernt man ausschließlich durch die Erfahrung am eigenen Leib. Das wird für einige Dinge auch für Ihre Kinder zutreffen – lassen Sie das zu.

Mit dem Aufbruch in ihr neues Leben möchten Ihre Kinder auch ihre Selbstständigkeit austesten und sich frei fühlen. Dazu gehört, eigene Entscheidungen treffen zu wollen, selbst wenn sie absehbar noch so schiefgehen. Lassen Sie Ihrem Kind auch das Recht auf schlechte Entscheidungen und vertrauen Sie darauf, dass es die richtigen Schlüsse für das nächste Mal daraus ziehen wird.

Versuchen Sie nicht, Ihrem Kind zu helfen, bevor dieses die Gelegenheit hatte, überhaupt das Problem zu sehen. Damit geben Sie ihm das Gefühl der Unmündigkeit oder der Unfähigkeit. Das ist nicht nur unangenehm als Gefühl, sondern kollidiert mit dem Vorsatz, für sich selbst Verantwortung zu tragen und sich zu beweisen.

Erinnern Sie sich zudem, dass seit Ihrem ersten Auszug bereits Zeit vergangen ist und sich in unserer schnelllebigen Welt innerhalb weniger Jahre schon viel verändert hat. Ihr Kind löst nun Probleme, die Sie in der Form nicht hatten. Was für Sie eine praktikable Lösung war, ist inzwischen vielleicht nicht einmal mehr ein Problem.

Vertrauen Sie Ihrem Kind, dessen Fähigkeiten und den Kompetenzen, die doch Ihre Erziehung mitgegeben hat.

Wenn Ihre Kinder umziehen ist es ratsam, Erfahrung und Hilfe anzubieten

Kontakt halten: Sich nah sein in der Ferne

Haben Sie Freunde, deren Kinder bereits ausgezogen sind, kennen Sie bestimmt schon die häufigen Klagen, dass man gerade am Anfang wochenlang nichts hört und sieht.

Für viele Eltern ist es ein großer Einschnitt, von heute auf morgen fast nichts mehr über das Leben Ihrer Kinder mitzubekommen. Jahrelang war man sich nah, kannte die Freunde, Hobbys und Lieblingsplätze des Kindes. Und gerade, weil Sie als Eltern so lange Sorge getragen hatten, dass das Umfeld Ihres Kindes sicher und bereichernd war, fällt die Ablösung davon so schwer.

Do: Freiheit geben und Verbindung halten

Ein Kind ziehen zu lassen ist ein wenig wie mit einem Drachen im Wind zu agieren: Es funktioniert nur, wenn man die Schnur lang und länger lässt und dem Wind vertraut.

Wenn Sie nicht mehr zusammenwohnen, fallen die alltäglichen Gespräche weg, in denen man so viel übereinander erfuhr. Das werden Sie spüren, vielleicht sogar schmerzhaft. Und Sie dürfen das Ihrem Kind auch sagen, dass Sie diesen Kontakt vermissen und sich zurückwünschen.

Hinterfragen Sie nur immer, worum es bei diesem Wunsch konkret geht, und finden Sie mit Ihrem Kind gemeinsam eine Lösung. Wünschen Sie mehr Kontakt generell, damit Sie sich keine Sorgen machen? Oder haben Sie das Gefühl, aus dem Leben Ihres Kindes ausgeschlossen zu sein? Sprechen Sie darüber. Oftmals hilft auch ein kurzer Videoanruf, in dem man sich kurzfristig und ohne großen Zeitaufwand austauschen kann.

Machen Sie auch das Experiment selbst und sprechen Sie mit Ihren eigenen Eltern über die Zeit nach dem Auszug. Wie haben die sich gefühlt? Woran erinnern Sie sich und woran Ihre Eltern? Was hätten sie sich gewünscht? Was haben Sie ihnen vielleicht nie erzählt in der Zeit?

Akzeptieren Sie, dass Sie nicht mehr alles aus dem Leben Ihrer Kinder wissen werden. Es beginnt für das Kind eine Zeit, in der es sich entwickelt und herausfindet, wer es sein will. Dafür probiert es sich aus, lernt neue Menschen, Denkweisen und Orte kennen. Einige werden wichtig sein, einige keine Bedeutung haben. Zeigen Sie Interesse für das, wenn Ihr Kind Sie einbezieht, denn dies sind oft die Dinge, die bleiben werden. 

Don’t: Wenig Kontakt als Kränkung sehen

Erinnern Sie sich noch an die ersten Wochen nach dem Auszug? Meist verfliegt die Zeit rasend schnell. Sie sortieren Ihren ganzen Alltag neu: begegnen neuen Menschen, kaufen in einem neuen Supermarkt ein, sind an neuen Orten. Dabei bleibt nur selten Zeit, durchzuatmen und die Eltern anzurufen.

Nehmen Sie das nicht persönlich. Ihr Kind vergisst Sie nicht, sondern verarbeitet all die neuen Eindrücke. Die Fülle an neuen Informationen überflutet das Gehirn und lässt es andere, für den Moment unwichtigere Dinge vergessen.

Bestrafen Sie Ihr Kind nicht dafür, indem Sie darin eine Kränkung sehen und sich zurückgesetzt fühlen. Betrachten Sie sich als den sicheren Hafen, in den Ihr Kind wie ein Schiff nach der Hochseefahrt zurückkehren wird.

Versuchen Sie beispielsweise über Videotelefonie mit Ihren Kindern Kontakt zu halten.

Eine neue Beziehung auf Augenhöhe

Ihr Alltag verändert sich nun vermutlich stark. Sie kochen nicht nur für eine Person weniger, sondern es fallen auch viele Kompromisse auf einmal weg. Sie verfügen ganz anders über Ihre Zeit – und über Ihren Wohnraum.

Doch auch wenn Ihr Kind auszieht, wird es sich noch immer an Sie und an das Kindheits-Zuhause gebunden fühlen. Treffen Sie größere Entscheidungen allein, so wird sich das Gefühl breit machen, aus Ihrem Leben ausgeschlossen zu sein.

Bewahren Sie daher ein Miteinander: Treffen Sie z.B. Entscheidungen über den Wohnraum gemeinsam. Räumen Sie nicht das Kinderzimmer um oder aus, sondern suchen Sie eine Lösung auf Augenhöhe.

Do: Ein Miteinander bewahren

Ihr Alltag verändert sich nun vermutlich stark. Sie kochen nicht nur für eine Person weniger, sondern es fallen auch viele Kompromisse auf einmal weg. Sie verfügen ganz anders über Ihre Zeit – und über Ihren Wohnraum.

Doch auch wenn Ihr Kind auszieht, wird es sich noch immer an Sie und an das Kindheits-Zuhause gebunden fühlen. Treffen Sie größere Entscheidungen allein, so wird sich das Gefühl breit machen, aus Ihrem Leben ausgeschlossen zu sein.

Bewahren Sie daher ein Miteinander: Treffen Sie z.B. Entscheidungen über den Wohnraum gemeinsam. Räumen Sie nicht das Kinderzimmer um oder aus, sondern suchen Sie eine Lösung auf Augenhöhe.

Don’t: Einzelkämpfer werden

Sprechen Sie mit Ihrem Kind auch über Änderungen in Ihrem Alltag. Sie treffen selbstredend allein die Entscheidung über Ihr Leben, doch ist jede Änderung auch mit Unsicherheit für das Kind verbunden. Wenn Sie sich ein neues Hobby suchen oder viel auf Reisen gehen, wird sich Ihr Kind fragen, ob es Sie vielleicht zuvor daran gehindert hat.

Führen Sie mit Ihren (mittlerweile erwachsenen) Kindern eine Beziehung auf Augenhöhe.

Was sich für jüngere Geschwister verändert

Wenn ein Kind auszieht, ist auch für ein Geschwisterkind das Leben plötzlich anders. Nicht nur wird es die Person selbst vermissen, sondern es muss auch den gewohnten Alltag aufgeben.

Ganz natürlich erhält es mehr Aufmerksamkeit als vorher – und das kann für Eltern und Kind gründlich schiefgehen oder eine wundervolle Ergänzung sein.

Do: Chancen sehen

Durch den Bruch im Alltag ergeben sich ganz vielfältige Chancen, ihn neu zu gestalten. Dafür sollten Sie andere Kinder einbeziehen und gemeinsam entscheiden, wie dies aussehen soll.

Geschwisterkinder sehen sich gegenüber den Eltern immer in Verbindung mit ihren Schwestern und Brüder: Ich bin die kleine Schwester von X, der große Bruder von Y. Fällt einer dieser Punkte weg, sorgt das auch für eine Reflexion: Wer bin ich noch, was macht mich noch aus?

Nehmen Sie an dieser Entwicklung teil. Lernen Sie Ihr Kind so ein Stück auch wieder neu kennen.

Don’t: Ersatz suchen

Auch wenn Sie ruhig das Gefühl von Trauer und Verlust zulassen dürfen, das sich mit dem Auszug des Kindes einstellt, sollten Sie darauf achten, dass Sie nicht versuchen, Ihr Kind zu ersetzen.

Schnell passiert es, dass nach dem Loslassen des einen Nachwuchs ein jüngeres Geschwisterkind schlagartig mit Aufmerksamkeit überschüttet wird, ohne dass es sich darauf einstellen oder dies mitentscheiden konnte. Sie erhalten das Gefühl, sie müssten Ihnen das „verschwundene“ Kind nun ersetzen.

Das ist vor allem deswegen problematisch, weil es dem jüngeren Kind suggeriert, es selbst habe weniger Bedeutung für die Eltern. Erhält es deutlich mehr Aufmerksamkeit als früher, stellt sich schnell die Frage, ob man zuvor nicht beachtet wurde. Gleichzeitig aber sehnen sich manche Geschwister aber auch danach, das mehr an Aufmerksamkeit zu erhalten.

Zeigen Sie Ihren anderen Kindern immer Ihre Wertschätzung der eigenen Persönlichkeit und sprechen Sie mit ihnen darüber, wie Sie alle gemeinsam die neue Situation handhaben wollen. Betrachten Sie die Wünsche aller Familienmitglieder in dieser Hinsicht als gleichberechtigt und stärken Sie so das Band zwischen Ihnen.

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