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Palliativpflege zu Hause – Konzept und Möglichkeiten

Palliativpflege zu Hause? Was das ist, wem sie zusteht und wie das Konzept aussieht, können Sie hier in diesem Artikel nachlesen.

Palliativpflege beruht in ihrem Konzept darauf, sterbenskranke Menschen am Ende ihres Lebens zu begleiten und die Lebensqualität zu verbessern. Neben einer angemessenen Schmerzversorgung soll ein würdevolles Leben ermöglicht werden. Hätten viele ältere Menschen eine Wahl, möchten sie ihren Lebensabend am liebsten zu Hause verbringen. Doch die Realität sieht meist anders aus, denn schätzungsweise ca. die Hälfte der Menschen stirbt in einem Krankenhaus, jeder Fünfte außerdem in einem stationären Pflegeheim. Das Konzept der Palliativpflege zu Hause verbreitet sich zwar immer stärker, kommt jedoch auch an seine Grenzen.

Was heißt Palliativpflege?

Bei der Palliativpflege geht es nicht nur darum, den Betroffenen medizinisch zu versorgen, sondern ihn ganzheitlich zu betreuen. Und zwar nicht nur ihn, sondern auch seine Angehörigen, die in den Sterbeprozess und Leidensweg mehr oder weniger integriert werden. Im Wesentlichen geht es darum, dem Betroffenen nicht mehr Lebenstage zu verschaffen, sondern die ihm verbleibenden Tage am besten erträglich und angenehm zu gestalten.

Beachten Sie, dass der Gesetzgeber in Deutschland die Möglichkeit geschaffen hat, dass Angehörige für die Pflege des Sterbenden von der Arbeit freigestellt werden können. Damit können Sie in der letzten Lebensphase noch genug Zeit mit Ihren Lieben verbringen.

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Worum geht es bei der Palliativpflege?

Die Palliativpflege zielt darauf ab, eine klassische pflegerische Versorgung des Betroffenen sicher zu stellen. Dabei geht es neben der Schmerzbehandlung, die ohne Rücksicht auf Spätfolgen konzipiert ist, auch um eine ehrliche Erklärung der Krankheit und deren vorhersehbares Ende. Bei Bedarf kann auch eine hochkalorische Nahrungsform verabreicht werden, wobei hier der Wille des Betroffenen natürlich im Fokus steht. Es geht darum, ihm die letzten Tage so angenehm wie möglich zu gestalten, nicht sein Leben oder sein Leiden zu verlängern.

Zudem kommen lindernde Therapien wie Aromatherapien oder Massagen zum Einsatz, es wird danach getrachtet, angenehme Erinnerungen zu schaffen und den Todkranken abzulenken, zum Beispiel durch Vorlesen oder Gespräche und Musik. Letzte Wünsche sollen geregelt werden, wobei auch eine Unterstützung durch Seelsorger oder Psychotherapeuten möglich ist.

Palliativpflege zu Hause – die allgemeine ambulante Palliativversorgung

Nicht immer ist eine Palliativbetreuung zu Hause auch möglich, sei es, weil medizinische Geräte, die zur Versorgung notwendig sind, fehlen oder die ärztliche Betreuung nicht gewährleistet werden kann. Eine Möglichkeit, wie die Betreuung Todkranker in den eigenen vier Wänden erfolgen kann, ist die allgemeine ambulante Palliativversorgung, auch als AAPV bezeichnet. Dabei kümmern sich sowohl der zuständige Hausarzt als auch entsprechende Fachärzte und ambulante Pflegedienste um den Schwerstkranken und seine Angehörigen. Der Pflegedienst, der zum Einsatz kommt, verfügt dabei über eine palliativmedizinische Ausbildung.

Wenn notwendig, ist auch eine zusätzliche Unterstützung durch ambulante Hospizdienste möglich. Diese können dann vor allem koordinatorische Aufgaben übernehmen. Leidet der Betroffene unter starken Schmerzen oder Übelkeit und Atemnot können zuständige Hausärzte seit 01. Juni 2017 per Verordnung eine Symptomkontrolle durch Pflegekräfte erlassen. Dies geschieht auf Rezept und erfolgt zusätzlich zu den Pflegediensten, die an der eigentlichen AAPV beteiligt sind.

Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung

Sind die Beschwerden des Betroffenen aber zu vielschichtig oder zu schwerwiegend, braucht es den Einsatz spezieller Pflegekräfte. Dann kommt ein sogenanntes Palliativteam, auch als Palliative Care Team bezeichnet, zum Einsatz. In diesem Zusammenhang wird in der Folge von der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung, also kurz SAPV gesprochen. Diese gibt es seit dem Jahr 2007, wobei diese Form der Unterstützung von einem Arzt verordnet werden muss.

Im Gegensatz zur allgemeinen ambulanten Palliativversorgung sind im Team der SAPV ausschließlich Palliativmediziner und sogenannte Palliativ-Care-Pflegekräfte. Sie beraten und wickeln eine 24-Stunden-Pflege für den Betroffenen ab. Dabei wird eng mit Pflegediensten, aber auch niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern, gegebenenfalls Hospizdiensten, zusammengearbeitet. Das SAPV-Team kann je nach Bedarf entweder als reine Beratungs- und Koordinationsleistung in Anspruch genommen werden oder zur Teil- bzw. vollständigen Versorgung eines Patienten.

Ambulante Hospizdienste

Durch die Palliativpflege zu Hause werden Patienten und deren Angehörige bestmöglich unterstützt

Abseits der medizinischen Versorgung und Betreuung in der letzten Lebensphase, geht es vielfach auch um eine psychosoziale oder spirituelle Betreuung. Hier kommen ambulante Hospizdienste zum Einsatz, die sich um vergleichsweise alltägliche Dinge wie einem Spaziergang, Gespräche oder Unterstützung im Haushalt kümmern. Die Unterstützung bezieht sich darauf, dem Schwerstkranken und seiner Familie in der belastenden Situation beizustehen und diese erträglicher zu machen. Medizinische und pflegerische Tätigkeiten werden allerdings keine erbracht.

Ambulante Pflegedienste mit Palliativpflegekräften

Viele ambulante Pflegedienste haben inzwischen die Pflege durch geprüfte Fachkräfte mit der Zusatzausbildung „Palliative Care“ im Angebot. Diese übernehmen dann die mit der Palliativpflege besonders notwendigen Aufgaben wie die Überwachung der Schmerztherapie, aber auch die Versorgung mit Portsystemen oder den Verbandswechsel oder die Dekubitusversorgung. Dank der besonderen Erfahrung sind sie sowohl für den Betroffenen als auch für seine Angehörigen eine wichtige Unterstützung im psychischen Bereich, etwa indem sie Ängste nehmen können und verständnisvoll begleiten können.

Auch das Hospiz gehört zur Palliativbetreuung

Grundsätzlich sind Hospize als Sonderform zwischen der ambulanten Palliativpflege in den eigenen vier Wänden und der stationären Unterbringung in einem Heim zu sehen. Sie sind meist für Sterbende das letzte Zuhause, wobei alles, was eine Art der Atmosphäre wie in einem Krankenhaus absolut vermieden wird. Ausgenommen davon sind natürlich eventuell notwendige medizinische Geräte oder Ausstattungen.

In einem Hospiz arbeiten sogenannte interdisziplinäre Teams, die aus Pflegepersonal, aber auch Ärzten und Sozialarbeitern oder Psychologen und Psychotherapeuten bestehen. Zudem kommen oft noch Begleiter und Vertreter unterschiedlicher Glaubensrichtungen. Manche Hospize sind auch als sogenannte Tageseinrichtungen konzipiert, in denen der Betroffene nur während des Tages betreut und versorgt wird.

Kosten der Palliativpflege zu Hause

Bestimmte Kosten der Palliativpflege zu Hause werden von der Krankenkasse bezahlt. Dazu gehören

  • Die palliativmedizinische Versorgung durch den Hausarzt
  • Schmerztherapien durch niedergelassene Therapeuten oder Palliativmediziner
  • Häusliche palliative Krankenpflege
  • SAPV für den Zeitraum von mindestens sieben Tagen, durch ärztliche Verordnung

Beratungen oder Unterstützungsangebote und die soziale Begleitung, die meist ehrenamtlich erfolgt, sind für den Betroffenen und seine Angehörigen kostenlos. Hier kommen die ambulanten Hospizdienste zum Einsatz, deren Arbeit meist durch Zuschüsse der Krankenkassen, aber auch Spenden und ehrenamtliches Engagement zustande kommt.

Palliativpflege zu Hause: Kostenübernahme

Liegt für den Betroffenen, der eine palliativmedizinische Betreuung braucht, ein Pflegegrad vor, können auch Leistungen der Pflegekasse für die ambulante Palliativbetreuung zu Hause in Anspruch genommen werden.

Wie die Freistellung zur Pflege von Angehörigen gesetzlich geregtelt ist, erfahren Sie in unserem Beitrag “Freistellung zur Pflege von Angehörigen – Was steht mir zu?“.

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