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Demenz - Symptome, Diagnose, Vorbeugung

Geschrieben von libify | Jan 21, 2026 8:15:00 AM

Demenz ist eine Erkrankung, die das Leben nach und nach verändert – für die Betroffenen, aber auch für die Menschen, die sie begleiten. Vieles geschieht leise und langsam, oft erst unbemerkt. Und mit jeder Veränderung tauchen neue Fragen auf: Was bedeutet das für unseren Alltag? Wie geht es weiter? Und was kann ich tun, um zu unterstützen?

In diesem Artikel möchten wir Orientierung geben. Einfach erklärt, gut verständlich und mit viel Verständnis für alle, die gerade Antworten suchen. Wichtig: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

Was ist Demenz?

Mit dem Begriff Demenz werden verschiedene Erkrankungen beschrieben, die sich in ihren Ursachen unterscheiden, aber durch eine Verschlechterung der geistigen und alltagsrelevanten Fähigkeiten gekennzeichnet sind. Besonders betroffen sind dabei meist das Kurzzeitgedächtnis, Denk- und Sprachvermögen und die Motorik. Häufig kommt es auch zu Veränderungen der Persönlichkeit. In späten Stadien können Betroffene auch immer weniger auf ihr Langzeitgedächtnis zurückgreifen.

Kurz erklärt: Demenz ist eine fortschreitende Erkrankung des Gehirns, bei der Erinnerungen, Orientierung und Alltagsfähigkeiten nach und nach verloren gehen.

Formen von Demenz

Als Oberbegriff kann Demenz verschiedene Ursachen haben und auch in unterschiedlicher Ausprägung auftreten. Die Symptome können je nach Form sehr unterschiedlich beginnen, weshalb es wichtig ist, die genaue Art der Erkrankung zu kennen.

Alzheimer

Die bekannteste Form der Demenz ist die Alzheimer-Krankheit, die rund 60 - 70 % der Erkrankten betrifft. Sie trifft besonders ältere Menschen und ist eine Folge von über Jahre andauernder Plaquebildung und Ablagerung von Neurofibrillen im Gehirn. Dies führt zu einer Schrumpfung des Gehirns, wodurch dessen Leistungsfähigkeit zunehmend beeinträchtigt wird.

Die Alzheimer-Krankheit ist nicht heilbar und die Hirnablagerungen zur Zeit nicht behandelbar. Zugelassene Demenzmedikamente wirken lediglich positiv auf die Symptome ein. Die Auslöser für die Ablagerungen sind ebenfalls noch nicht vollständig erforscht, wobei eine familiäre Vererbung durchaus eine Rolle spielen kann.

Vaskuläre Demenz

Die vaskuläre Demenz ist auch unter dem Begriff subkortikale arteriosklerotische Enzephalopathie (SAE) oder Morbus Biswanger bekannt. Sie entsteht durch Infarkte aufgrund Schädigungen unterhalb der Großhirnrinde durch Fetteinlagerungen in den sich dort befindlichen Blutgefäßen und kann daher auch sehr plötzlich auftreten. Der Verlauf ist in der Regel auch schubförmig verschlechternd.

Die Art und der Schweregrad der Symptome hängen daher stark davon ab, in welcher Hirnregion der Infarkt auftritt. Häufig geht die vaskuläre Demenz aber mit einer Gangunsicherheit, Blasenstörung und einem verlangsamten Denken einher. 

Frontotemporale Demenz

Die frontotemporale Demenz (FTD) oder auch Pick-Krankheit beeinträchtigt vor allem die Persönlichkeit von Betroffenen und weniger die geistigen Fähigkeiten. Bei dieser Erkrankung werden die Zellen des Stirn- und Schläfenlappens des Gehirns zunehmend zerstört. Die Ursache für die Erkrankung ist nur wenig erforscht, allerdings lässt sich fast bei der Hälfte der Erkrankten eine Vererbung beobachten und es besteht vermutlich ein Zusammenhang mit dem Auftreten von Epilepsie.

FTD prägt sich meist entweder sehr passiv oder sehr manisch aus: Während einige Betroffene apathisch werden, die Körperpflege vernachlässigen und kaum noch emotionale Regung verspüren, löst FTD bei manchen manische Schübe und Enthemmung aus, die sich in unkontrollierter Esssucht, Verlust ethischer Werte oder auch sexueller Enthemmung zeigen kann. Auch FTD ist zur Zeit weder heilbar noch behandelbar. 

Lewy-Körper-Demenz

Die Lewy-Körper-Demenz (LBD) ist die zweithäufigste neurodegenerative Demenzform im Alter, die Unterscheidung zur Alzheimer-Krankheit kann jedoch oft nur post mortem erfolgen. Sie tritt als eigenständige Krankheit, aber auch als Folge einer Parkinson-Erkrankung auf. 

Typischerweise sind vor allem Hirnleistungen wie die Aufmerksamkeit, das Konzentrationsvermögen und die Vigilanz betroffen. Stürze und Synkopen kommen gehäuft vor und es können sensorische Halluzinationen auftreten. Das Gedächtnis bleibt dafür oft lange noch erhalten. 

Seltene Formen von Demenz

Unter dem Begriff der Demenz sammeln sich auch viele Erkrankungen, die nur sehr wenige Menschen betreffen oder Folge anderer Erkrankungen sind. Das betrifft insbesondere Demenzformen, die im Zusammenhang mit Parkinson stehen, Langzeitfolge der Creutzfeld-Jakob-Krankheit (BSE) sind oder durch das Korsakow-Syndrom aufgrund einer Alkoholabhängigkeit verursacht werden. 

Fast jede Erkrankung, die physisch auf die Gehirnmasse verdrängend wirkt und Raum einnimmt, kann eine Demenz hervorrufen. Einige dieser Demenzformen sind allerdings behandelbar und können sich sogar zurückbilden, wenn die Raumforderung entfernt ist.

 

Demenz Diagnose: Wie läuft sie ab?

Das wichtigste Diagnoseinstrument für beinahe jede Form von Demenz ist das bildgebende Verfahren wie Computertomographien (CT). Sie zeigen explizit die Plaquebildungen und weitere Veränderungen im Gehirnraum. Meist geht dieser Untersuchung aber eine längere Phase der differenzialdiagnostischen Abklärung voraus, da die Symptome nur auf ein neurologisches Problem hindeuten und ansonsten unspezifisch sind. Ebenso aufschlussreich sind Blutbilder, die andere Ursachen ausschließen.

Besteht ein Anfangsverdacht, kommen meist aber zuerst standardisierte Tests wie der Mini-Mental-Status-Test (MMSE) und der Uhren-Zeichen-Test zur Anwendung. Diese sind sehr schnell auch in der Hausarztpraxis durchführbar und geben einen guten ersten Eindruck über die kognitiven Fähigkeiten.

Inzwischen ist bereits in frühen Stadien eine Diagnose möglich, allerdings treten bei vielen Formen die Symptome nur allmählich auf und erschweren einen Anfangsverdacht.

Die wichtigsten Differentialdiagnosen zur Demenz sind Depression, altersbedingter kognitiver Abbau, durch Unfall erworbene kognitive Beeinträchtigung, Hospitalismus, Psychose und Exsikkose.

Demenz im Alltag: Was verändert sich?

Das Leben mit Demenz ist herausfordern - ebenso das Leben mit demenziell Erkrankten. Der Alltag verändert sich schrittweise in eine Unselbstständigkeit hinein, Routinen gehen verloren und Überforderung tritt immer schneller ein. Umso wichtiger ist es, den Alltag weiterhin klar zu strukturieren und viel Geduld an den Tag zu legen.

Kleine, vertraute Abläufe und Orientierungshilfen helfen, den Tag ruhiger zu gestalten.

Welche Hilfsmittel helfen bei Demenz im Alltag?

Es gibt eine Vielzahl von Gadgets und Hilfsmitteln, die den Alltag erleichtern und demenziell Erkrankten dort mehr Orientierung geben, wo sie bereits eingeschränkt sind. Oft sind sie nicht speziell für Demenz entworfen worden und sind daher auch kein medizinisches Hilfsmittel, für die die Kosten von der Krankenkasse übernommen werden. Oft sind es aber erschwingliche Dinge wie analoge Armbanduhren mit Datumsanzeige, digitale Sprachassistenten oder auch Farbmarkierungen.

Viele Angehörige setzen auch auf Hausnotrufsysteme mit Notfallarmbändern und gegebenenfalls GPS-Trackern, sodass auch bei Desorientierung Kontakt hergestellt und Hilfe geholt werden kann.

Aktiv werden gegen Demenz

Auch wenn Demenz selbst nicht heilbar ist, so beeinflussen Übungen zur geistigen und körperlichen Gesundheit den Verlauf positiv und geben darüber hinaus das Gefühl von Selbstwirksamkeit zurück. Dazu gehören klassischerweise regelmäßige Spaziergänge in vertrautem Gebiet, aber auch Gedächtnistrainings und kreatives Gestalten.

Idealerweise wählen Sie Aktivitäten, die zur Biographie der Betroffenen passen. Die emotionale Verbindung verstärkt das positive Gefühl und trainiert darüber hinaus das Langzeitgedächtnis.

Was pflegende Angehörige über Demenz wissen sollten

Für pflegende Angehörige ist Demenz eine immense emotionale Herausforderung. Die vertraute Person scheint durch die Veränderung zu verschwinden und die Verbindung wird einseitiger. Demenziell Erkrankte zu pflegen geht oft damit einher, sich durch das nachlassende Gedächtnis und auch die Persönlichkeitsveränderung verletzt zu fühlen.

Umso wichtiger ist es deswegen, eigene Grenzen zu sehen und sich Unterstützung zu suchen. Ambulante Pflegedienste, Tagespflegeeinrichtungen und Angehörigengruppen nehmen viel Belastung ab und können gezielt eingreifen.

Ein wunder Punkt für viele ist die vorausschauende Auseinandersetzung mit der Pflegesituation, wenn die Demenz bereits weit fortgeschritten ist. Oft ist eine Unterbringung in einer speziellen Pflegeeinrichtung ab einem gewissen Stadium kaum zu vermeiden, von Betroffenen dann aber häufig nicht gewollt, für die eine vertraute Umgebung auch wichtig ist. Sich früh mit Vollmachten und eigenen Wünschen zu beschäftigen, schafft Sicherheit, bevor Entscheidungen unter Druck getroffen werden müssen.

Kann man Demenz vorbeugen? Tipps & Maßnahmen

So wie Demenz nicht heilbar ist, so ist sie aufgrund der noch unklaren Ursachen auch nicht aktiv zu verhindern. Dennoch kann der Erkrankungszeitpunkt hinausgezögert und auch der Verlauf je nach Demenzform verlangsamt werden. 

Dabei zählt die allgemeine körperliche Gesundheit als der wichtigste Schutzfaktor. Regelmäßige Bewegung, eine gesunde und ausgewogene Ernährung und soziale Interaktion fördern Durchblutung und mentale Stabilität. Die bewusste Förderung geistiger Fähigkeiten wie der Gedächtnisleistung oder mentaler Flexibilität hält auch das Gehirn fit und steigert überdies die Selbstwirksamkeit, was sich wiederum positiv und entspannend auf die emotionale Gesundheit auswirkt. 

Fazit

Demenz ist nicht nur Vergesslichkeit, sondern unter Demenz versteht man eine Vielzahl von komplizierten Erkrankungen, die die Wahrnehmung, den Alltag und oft auch die Persönlichkeit der Betroffenen verändert. Vielen Erkrankten macht der Verlauf Angst, sich selbst zu verlieren.

Technische Hilfsmittel, klare Strukturen und viel Geduld helfen, die neue Situation zu bewältigen. Wichtig ist dabei auch, die spezifische Demenzform zu kennen und die Behandlung darauf auszurichten, denn auch wenn Demenz nur in seltenen Fällen heilbar ist, so kann eine Linderung von Symptomen viel Lebensqualität und Selbstständigkeit bewahren.