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Wann ist jemand dement? Früherkennung, Risikofaktoren & Prävention

Welche Symptome hat jemand der dement ist? Wie kann man vorbeugen und welche Ursachen gibt es? Alle Infos finden Sie in diesem Artikel.

Der Begriff Demenz stammt aus dem Lateinischen und kann mit „Torheit“ übersetzt werden. Tatsächlich gilt ein Nachlassen der kognitiven Fähigkeiten als Anzeichen, dass Betroffene dement sind. Es handelt sich um einen ganzen Formenkreis von Krankheiten, zu dem dann auch die Alzheimer-Demenz gezählt wird. Denn ein Patient der dement ist, muss nicht zwingend das selbe Krankeitshbild haben, wie andere Demenzkranke. Vielmehr geht es hier um das Auftreten bestimmter Symptome, eine Lebensphase, die meist erst im fortgeschrittenen Alter auftritt und mit dem Nachlassen verschiedener kognitiver Fähigkeiten einhergeht.                                                                                                                           

Wann ist jemand dement – welche Symptome müssen auftreten?

Gilt jemand der im Alter zunehmend vergesslich wird als dement? Das kann man so nicht pauschalisieren. Oftmals leiden Merkfähigkeit und Orientierung. Zudem kann das Kurzeitgedächtnis nachlassen, während Ereignisse, die weiter zurückliegen, anfangs noch abrufbar sind.

Doch später – mit dem Fortschreiten der Erkrankung – können auch diese Erinnerungen immer weiter verblassen, so dass selbst enge Verwandte, wie der Ehepartner oder die Kinder, nicht mehr erkannt werden. Betroffene werden nicht plötzlich dement. Denn Demenz ist ein schleichender, jedoch fortschreitender Prozess. Ein durchaus schmerzlicher Prozess, der den Betroffenen, die zumindest die Diagnose wie auch die Anfangssymptomatik noch bewusst erleben, wie auch deren Angehörigen stark zusetzt. Das Sanitätshaus Beuthel hat eine Übersicht über die Symptomatik von Demenz erstellt.

Wodurch wird man dement?

Obwohl eine Demenz, wie oben beschrieben, durch ganz unterschiedliche Vorerkrankungen, Risikofaktoren wie auch Lebensumstände ausgelöst bzw. begünstigt wird, unterscheidet man dennoch zwischen einer so genannten primären wie auch sekundären Demenz.

In die erste Klassifizierung fällt zum Beispiel Alzheimer, eine Erkrankung, bei der die Nervenzellen im Gehirn nach und nach absterben. Ein Leiden, das vornehmlich im höheren Alter auftritt. Es bleibt festzuhalten, dass etwa 60 Prozent aller Demenzerkrankungen weltweit auf Morbus Alzheimer zurückzuführen sind. Als Risikofaktoren gelten Bluthochdruck wie auch schlecht eingestellte Cholesterinwerte. Nicht zuletzt wird eine genetische Disposition diskutiert.

Eine so genannte sekundäre Demenz, die jedoch weitaus seltener auftritt, kann zum Beispiel durch einen Alkohol- oder Tablettenmissbrauch ausgelöst werden.

Leider ist Alzheimer bis heute nicht heilbar – das Nachlassen sämtlicher kognitiver Fähigkeiten kann daher lediglich gebremst werden.

In welchem Alter wird man dement?

Typischerweise werden Betroffene im fortgeschrittenen Alter ab 65 Jahren dement. Da Frauen, statistisch gesehen, eine höhere Lebenserwartung als Männer besitzen, sind sie auch häufiger von einer Demenz betroffen. Allerdings gibt es – wenngleich selten – Fälle, bei denen erste Symptome bereits im Alter von 40 oder 45 Jahren auftreten. Doch das sind Ausnahmen, die nach Auskunft der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, weniger als 2 Prozent aller Demenzerkrankungen ausmachen.

Diagnose & Tests

Besteht der Verdacht auf eine (beginnende) Demenz, startet die diagnostische Abklärung mit einer intensiven Anamnese (Arzt-Patienten Gespräch). Hierzu wird der Fach- oder Hausarzt, in Abhängigkeit von den kognitiven Fähigkeiten des Patienten, unter Umständen bereits Angehörige dazu bitten (Fremd-Anamnese).

Weitere Anhaltspunkte liefern dann konkrete neurologische Untersuchungen und bildgebende Verfahren wie CT und MRT. Eine vorliegende „Schrumpfung“ des Gehirns lässt sich durchaus sichtbar machen. Zudem kann man mittels Blutuntersuchungen Vergiftungen und / oder Stoffwechselerkrankungen – und damit eine sekundäre Demenz – ausschließen.

Außerdem gibt es auch spezielle Kurztests zur Demenz-Diagnose, die kognitive Fähigkeiten wie Konzentration, Merkfähigkeit oder auch räumliche und zeitliche Orientierung abfragen. Ein Verfahren, das auch von den meisten Hausärzten beherrscht wird und erste Anhaltspunkte auf das Vorliegen einer Störung wie auch deren Schweregrad zulässt. Bei Interesse, kann vorab Zuhause ein Selbsttest durchgeführt werden.

Wer regelmäßig Gitarre spielt, kann die Wahrscheinlichkeit, dement zu werden, verringern.

Wie kann man verhindert werden, dass jemand dement wird?

Da man Alzheimer und Demenz (abgesehen von den sekundären Formen, die mehr therapeutischen Spielraum zulassen) bis heute nicht heilen kann, kommt der Prophylaxe eine um so größere Bedeutung zu. In diesem Zusammenhang rät die Deutsche Alzheimer Gesellschaft zu einer ausgewogenen Ernährung mit viel Obst und Gemüse, aber auch zu mehr körperlicher wie auch geistiger Aktivität. Salopp gesagt, sollte man graue Zellen fit halten und verhindern, dass man körperlich „einrostet“. Schließlich wusste man schon in der Antike, dass nur in einem gesunden Körper ein gesunder Geist wohnt. Weitere Ideen zur Beschäftigung von Senioren im Alltag finden Sie hier.

Zudem sollten Risikofaktoren wie Bluthochdruck, hohe Zuckerwerte oder auch Herzrhythmusstörungen frühzeitig abgeklärt und richtig eingestellt werden!

Hilfestellungen für Demenzpatienten und deren Angehörige

Da sich gerade Angehörige oftmals nur schwer mit der Diagnose abfinden können, dass ihr jemand aus ihrem engeren Umfeld dement ist, bieten viele größere Städte eine so genannte Demenz-Hilfe an. Auch die Krankenkassen stehen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, den pflegenden Angehörigen zur Seite.

In diesem Zusammenhang rät die Allgemeine Ortskrankenkasse dazu, achtsam, jedoch offen mit dem Thema umzugehen. Denn die Betroffenen sind sich, in der Anfangsphase ihrer Erkrankung, ihrer Vergesslichkeit und zunehmenden Hilflosigkeit durchaus bewusst. Um so wichtiger werden Nähe und Verständnis, dennoch sind auch für die Verwandten, die Demenz-Erkrankte betreuen, Auszeiten von der Pflege enorm wichtig (mehr Information zu diesem Thema finden Sie in unserem Beitrag “Welche Voraussetzungen müssen für eine Verhinderungspflege erfüllt sein?”). Daher sollte auch offen und wertneutral über die zur Verfügung stehenden Betreuungsangebote nachgedacht werden.

So gibt es, neben der 24-Stunden-Betreuung, auch die Möglichkeit der Unterbringung in einer speziellen Demenz-Wohngemeinschaft. Hier leben bis zu 12 Erkrankte zusammen in einem Haus, bewohnen eigene Zimmer und nutzen gemeinsam mit den anderen Senioren Gemeinschaftsräume wie Küche und Bad. Ähnlich der Senioren WG, bringt jede und jeder seine / ihre Fähigkeiten mit ein. Zudem gibt es einen professionellen Pflegedienst, der die hauswirtschaftliche Versorgung wie auch gegebenenfalls anfallende pflegerische Tätigkeiten übernimmt.

Leider gibt es aber auch Fälle, in denen eine „geschlossene Unterbringung“ unumgänglich ist, um so eine Eigen- oder auch Fremdgefährdung auszuschließen.

Begriffsabgrenzung: Gibt es einen Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz?

Im alltäglichen Sprachgebrauch wird oftmals kein Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz gemacht. Aber gibt es überhaupt einen Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz? Eigentlich nicht, man kann keinen Unterschied der Krankheiten per se machen. Demenz ist viel mehr der Oberbegriff des Erkrankungsbildes. Alzheimer ist eine bestimmte Form der Demenz. Genauere Informationen können Sie in diesem Artikel “Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz – Definition und Symptome” nachlesen.

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