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Parkinson-Demenz – Definition, Ursache und Therapie

Parkinson-Demenz - was ist das eigentlich? Abgrenzung, Symptomatik, Diagnose, Therapie & Tipps für Angehörige finden Sie hier.

Definition und Ursachen der Parkinson-Demenz

Unter der Parkinson-Demenz verstehen Mediziner eine Demenz-Erkrankung, die bei Parkinson-Patienten auftritt Auslöser dafür sind die Botenstoffe der Nervenzellen im Gehirn, wobei die tatsächliche Ursache der Erkrankung nicht vollständig geklärt ist. Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass ähnlich wie bei Alzheimer-Demenz auch hier die Botenstoffe und Eiweißteile eine wichtige Rolle spielen. Ursachen für eine Parkinson-Demenz könnte ein Mangel an Dopamin oder die Lewy-Körperchen bzw. ein Mangel an Acetylcholin sein. 

Der Mangel des Botenstoffes Dopamin im Mittelhirn wird als Auslöser des Parkinson-Syndroms gesehen. Er steuert die körperliche Beweglichkeit und hat entscheidenden Einfluss auf die Menge an Acetylcholin, das für die geistige Beweglichkeit zuständig ist. Im Verlauf einer Parkinson-Erkrankung sterben die Zellen im Gehirn ab, die das Dopamin erzeugen und gleichzeitig das Acetylcholin entstehen lassen. In der Folge sinkt der Acetylcholin Spiegel und kann – wie aus der Alzheimer-Forschung bereits bekannt ist – eine Demenz auslösen.

Unumstritten ist allerdings, dass auch Hormone wie Noradrenalin, das die Wachheit und die Aufmerksamkeit steuert, sowie das Serotonin, das sogenannte Wohlfühlhormon, eine Parkinson-Demenz zumindest begünstigen können.

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Symptome bei Parkinson-Demenz

Parkinson-Demenz tritt typischerweise ca. 10 bis 15 Jahre nach den ersten Parkinson-Symptomen auf. Typisch ist demnach

  • Eine eingeschränkte Aufmerksamkeit
  • Schwierigkeiten bei der Planung und bei der Aufgabenlösung
  • Das räumliche Sehen ist beeinträchtigt
  • Lustlosigkeit, also das Interesse an alltäglichen Dingen geht verloren
  • Dickköpfigkeit, das Denken wird unflexibler

Abgrenzung zu Alzheimer

Menschen, die an Demenz erkranken, leiden in Deutschland am häufigsten an Alzheimer, was bekanntermaßen vor allem mit einer Gedächtnisstörung verbunden ist. In einer ersten Phase lässt das Kurzzeitgedächtnis nach, dann in der Folge im Verlauf auch das Langzeitgedächtnis. Bei einer Parkinson-Demenz stehen allerdings andere Symptome im Vordergrund wie etwa eine Verlangsamung des Denkprozesses oder auch eine Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit. Probleme hinsichtlich der Gedächtnisleistung erleiden Personen, die eine Parkinson-Demenz haben, erst in einem späteren Stadium der Krankheit.

Zusätzlich besteht zwischen den beiden Erkrankungen auch der Unterschied, dass Alzheimer-Betroffene kaum mehr in der Lage sind, neue Dinge zu erlernen. Diese bleibt aber bei parkinson-dementen Personen durchaus erhalten. Klar ist allerdings, dass sie die neu erlernten und im Gedächtnis abgespeicherten Inhalte nur verzögert abrufen und nutzen können.

Nützliche Informationen für die Betreuung von Alzheimerpatienten können Sie unserem Artikeln „Leben mit einem Alzheimerkranken – Tricks und Gadgets für einen sicheren Umgang“ und „Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz – Definition und Symptome“ entnehmen.

Risikogruppen für die Parkinson-Demenz

Ob jemand Gefahr läuft, an einer Parkinson-Demenz zu erkranken, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehört unter anderem das Lebensalter, aber auch die bereits bestehende Krankheitsdauer. Ebenso ein Faktor ist das Auftreten von Halluzinationen und Depressionen, vor allem die Altersdepression.

Wie erfolgt die Diagnose?

Parkinson-Demenz kann durch eine ausführlich Anamnese sowie einigen Tests diagnostiziert werden

Eines muss vorweg festgehalten werden: eine kognitive Störung während einer Parkinson-Erkrankung ist nicht automatisch eine Demenz. Denn es gibt durchaus andere psychische oder physische Krankheiten, die ähnliche Symptome wie eine Demenzerkrankung zeigen, etwa eine Desorientierung aufgrund von Flüssigkeitsmangel oder Halluzinationen als Nebenwirkung bestimmter Medikamente.

Eine sichere Diagnose ist immer dann möglich, wenn mindestens zwei der vier kognitiven Fähigkeiten eingeschränkt ist. Das sind

  • Aufmerksamkeit
  • Exekutive Funktionen wie Planen und strukturieren von Aufgaben
  • Visuell-räumliche Funktionen
  • Abruf von Gedächtnisinhalten

Die Einschränkung der zwei kognitiven Funktionen oder auch mehr, muss so stark sein, dass sie Einfluss auf den Alltag des Betroffenen haben.
Neben einer umfassenden Anamnese können Demenz Tests wie der PANDA-Test bzw. der Demenz-Test oder der MMST und der DemTect-Test eine Parkinson-Demenz aufzeigen. Kommen bildgebende Methoden zum Einsatz, bestehen diese aus einer Computertomographie oder einer Magnetresonanztherpaie, die Veränderungen, etwa eine Atrophie, also eine Schrumpfung, des Hirngewebes aufzeigen.

Therapie bei Parkinson-Demenz

Die Behandlung der Parkinson-Demenz erfolgt sowohl medikamentös, etwa durch sogenannte AChE-Hemmer, die vorwiegend den Antrieb und die Kompetenz im Alltag verbessern. In manchen Fällen verbessert sich mit diesen Medikamenten auch die motorische Leistung. Hier dürfen die Nebenwirkungen wie Schwindel, aber auch Durchfall und Übelkeit bis hin zum Erbrechen nicht unterschätzt werden. Vor allem der Tremor der ja bei Parkinson Erkrankungen typisch ist, kann sich bei Patienten, die die AChE-Hemmer nehmen, verstärken.

Ein weiterer Wirkstoff, der bei Parkinson-Demenz zum Einsatz kommt, ist Kalziumantagonisten, der vor allem darauf abzielt, die kognitive Leistung zu verbessern. Memantin hingegen wirkt vor allem auf den Antrieb und die Psyche der Betroffenen.

Neben der Behandlung mit entsprechenden Präparaten wird die Parkinson-Demenz auch nicht-medikamentös behandelt. Empfohlen wird dabei beispielsweise Krankengymnastik, aber auch eine gesunde Mischkost als Ernährung sowie viel Bewegung. Sogenanntes Gehirnjogging, also Gedächtnistraining ist bei einer leichten Form der Parkinson-Demenz durchaus auch angebracht.

Es gibt auch künstlerisch-expressive Therapieformen, die Malen, Musik und Tanzen als Basis kennen, welche sich ebenso positiv auf das Wohlbefinden des Betroffenen auswirken.

Wichtig ist es natürlich, dass Personen mit Parkinson-Demenz auch in bedürfnisgerechten Wohnräumen untergebracht sind. Vor allem mögliche Gefahren- und Verletzungsquellen müssen ausgeschlossen werden, etwa kleine Treppen oder auch Stolperfallen bei Teppichen. Eine Empfehlung von Experten geht auch dahin, dass verschiedene Räume wie Küche, Bad etc. jeweils farblich oder mit entsprechenden Symbolen an der Türe versehen werden. Damit können sich Menschen, die an Parkinson-Demenz leiden, in den eigenen vier Wänden besser und vor allem eigenständiger zurecht finden.

Tipps für Betroffene

Wichtig für Betroffene einer Parkinson-Demenz ist jedenfalls, ausreichend zu trinken. Denn eine Dehydrierung bietet ein erhebliches Gefahrenpotential bei Parkinson. Auch die Ernährung sollte ausgewogen, vor allem fettarm und kalziumreich sein. Sollte die betroffene Person nicht mehr selbst handlungs- und entscheidungsfähig sein, empfiehlt sich eine Betreuungsvollmacht.

Die Denk- und Merkfähigkeit sollte trainiert werden, denn nach aktivem Gehirntraining steigt erwiesenermaßen der Dopaminspiegel. Soziale Kontakte sollten unbedingt weiterhin gepflegt werden, denn sie bereichern nicht nur den Alltag, sondern leisten einen wesentlichen Beitrag gegen die Vereinsamung.

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