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Hinzuverdienst Rentner – Möglichkeiten, Grenzen und Rechtsgrundlage

Hinzuverdienst Rentner: Die Renten durch Minijob & Co aufbessern. Diese Grenzen und Rechtsgrundlagen sollten Sie unbedingt beachten.

Hinzuverdienst Rentner: Wer darf unbegrenzt dazu verdienen?

Wenn Sie das sogenannte Regelalter für die Rente erreicht haben, dürfen Sie zu Ihrer gesetzlichen Rente unbegrenzt dazu verdienen. Wann Sie das Regelalter erreichen, ist im § 35 Satz 2 Sozialgesetzbuch VI genau definiert und nennt das biologische Alter von 67 Jahren. Bis ins Jahr 2031 wird die Altersgrenze schrittweise auf dieses Alter angehoben, wobei die neue Altersgrenze für alle im Jahrgang 1964 geborenen gilt.

Es wird etwas kompliziert, wenn Sie vor dem Regelalter in Rente gehen. Denn dann gibt es sogenannte Hinzuverdienstgrenzen zu beachten, außerdem müssen Sie von Ihrer Arbeit die Rentenversicherung in Kenntnis setzen.

Konkret geht es darum, dass Sie bei vorzeitigem Renteneintritt eine Hinzuverdienstgrenze von 6 300 Euro jährlich beachten müssen. Ein Verdienst bis zu dieser Summe wird nicht auf die gesetzliche Rente angerechnet, das heißt, Sie müssen hier auch keinerlei Kürzung in Kauf nehmen. Diese Hinzuverdienstgrenze gilt in allen deutschen Bundesländern gleichermaßen. Zudem ist sie unabhängig davon, ob Sie einer abhängigen oder einer freiberuflichen Tätigkeit nachgehen.

Als sogenannter Hinzuverdienst gilt das monatliche Bruttoarbeitsentgelt, wenn Sie angestellt sind. Wenn Sie selbstständig oder freiberuflich tätig sind, ist der Hinzuverdienst mit dem monatlichen steuerrechtlichen Gewinn gleichzusetzen. Auch Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb oder aus einer Land- und Forstwirtschaft gelten ebenso wie der Bezug eines Vorruhestandgeldes als Hinzuverdienst.

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Sonderregelungen aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie

Im März 2020 wurde seitens der Bundesregierung ein erstes Sozialschutz-Paket verabschiedet. Dadurch wurden die wirtschaftlichen, aber auch sozialen Folgen der Corona-Pandemie abgeschwächt. Damit wurden deutlich höhere Hinzuverdienstgrenzen definiert, um zu vermeiden, dass vor allem im Gesundheitswesen Personalengpässe entstehen.

Infolge SARS-COV 2 durften Sie als Frührentner im abgelaufenen Jahr 2020 44 590 Euro dazu verdienen, in diesem Jahr 2021 liegt die Hinzuverdienstgrenze bei 46 060 Euro. Diese Erhöhung gilt für alle Personen, die eine vorgezogene Altersrente beziehen. Ab 2022 gelten dann wieder die regulären Hinzuverdienstgrenzen im Betrag von 6 300 Euro pro Jahr.

Rentenkürzung bei höherem Einkommen fällt unterschiedlich aus

Wenn Sie mehr als die Hinzuverdienstgrenze verdienen, erhalten Sie nur mehr eine sogenannte Teilrente. Ab einer gewissen Höhe des Verdienstes kann sogar die komplette gesetzliche Rentenzahlung gestrichen werden.

Alles, was über der Hinzuverdienstgrenze liegt, wird pauschal zu 40 Prozent auf die gesetzliche Rente angerechnet. Diese verringert sich in der Folge exakt um diesen Betrag. Wenn Sie beispielsweise 950 monatliche Rente beziehen, zusätzlich 1510 Euro verdienen, ergibt das einen Jahreszusatzverdienst in Höhe von 18 120 Euro. Davon können Sie 6300 ohne Kürzung verdienen. Von den restlichen 11 820 Euro werden 40 Prozent abgezogen. Damit entsteht ein Abzug von 394 Euro, womit Ihre gesetzliche Rente auf 556 Euro monatlich abgesenkt wird.

Kürzung der Rente durch Hinzuverdienst

Hinzuverdienst Rentner: “Hinzuverdienstdeckel”?

Wenn Ihr Einkommen aus dem Nebenjob und der gekürzten Rente das höchste Einkommen, das Sie während der letzten 15 Jahre hatten, übersteigt, greift der sogenannte “Hinzuverdienstdeckel”. Der Verdienst, der über dem vergangenen Einkommen liegt, wird komplett für die Rente angerechnet.

Interessantes Detail am Rande ist, dass die Rentenversicherung die Rente immer nach einer Prognose für das Jahr auszahlt. Dabei wird der Hinzuverdienst geschätzt und anschließend mit dem tatsächlich erworbenen Hinzuverdienst verglichen. Das wird in der Steuerfachsprache als Spitzabrechnung bezeichnet. Gegebenenfalls wird die Rente rückwirkend dann neu berechnet.

Als Alternative ist zu nennen, dass Sie als Rentner Ihre Teilrente auch selbst festlegen können.

Hinzuverdienst Rentner durch Nebenjob

Wer vor dem Regelalter in den Ruhestand geht, aber noch arbeitet und Geld verdient, der profitiert in der Folge doppelt. Erstens haben Sie durch den Zuverdienst mehr finanziellen Spielraum. Zweitens müssen Sie auf das zusätzliche Einkommen Beiträge für die Rentenversicherung abführen. Damit erhöht sich in der Folge Ihr Rentenanspruch. Wenn Sie nur einem Minijob nachgehen, können Sie sich allerdings von der Versicherungspflicht auch befreien lassen.

Wenn Sie mit dem Regelalter in den Ruhestand gegangen sind und nebenbei noch arbeiten, können Sie mit einer freiwilligen Versicherung nach wie vor in die Rentenversicherung einzahlen und sammeln damit Rentenpunkte.

In diesem Zusammenhang sollte jedoch erwähnt werden, dass sich Senioren keinesfalls überarbeiten sollen. Es ist wichtig, dass das Unternehmen in dem sie arbeiten ein mitarbeiterfreundliches Betriebliches Gesundheitsmanagement hat, damit sie anschließend den wohlverdienten Ruhestand bei vollster Gesundheit genießen können. 

Hinzuverdienst Rentner: Minijob

Hinzuverdienstgrenze bei vollem Bezug der Erwerbsminderungsrente

Wenn Sie nur weniger als drei Stunden pro Tag arbeiten können und deshalb eine volle Erwerbsminderungsrente bekommen, können Sie bezüglich der Hinzuverdienstgrenze die gleichen Regelungen in Anspruch nehmen wie bei der vorgezogenen Altersrente.

Wenn Sie eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung beziehen, wird die Hinzuverdienstgrenze individuell berechnet. Die Rentenversicherung orientiert sich dabei am höchsten beitragspflichtigen Jahreseinkommen der vergangenen 15 Jahre, bevor die Erwerbsminderung eingetreten ist. Liegt Ihr Hinzuverdienst im Jahr über dieser Grenze, wird der Betrag, der darüber liegt, wie bei der vorgezogenen Altersrente durch Zwölf geteilt und davon 40 Prozent auf die Rente im Monat angerechnet.

Hinzuverdienstgrenze Rentner bei der Hinterbliebenenrente

Für die Anrechnung eines möglichen Hinzuverdienstes auf die Witwen- oder die Witwerrente gelten die gleichen Freibeträge wie bei der gesetzlichen Rente. Diese werden jährlich angepasst, wobei zu beachten ist, dass Sie pro Kind, das Anspruch auf die Waisenrente hat, einen erhöhten Freibetrag erhalten.

Wie bei den anderen Rentenformen werden auch bei der Hinterbliebenenrente bei Übersteigung des Freibetrages 40 Prozent auf die Witwen- und Witwerrente angerechnet.

Als Bezieher einer Waisenrente darf überhaupt unbegrenzt zur Rente dazu verdient werden.

Die Alternative zum Hinzuverdienst ist die Aufschiebung der Rente

Wenn Sie sich noch fit fühlen und weiterhin Ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen möchten, können Sie das auch tun. Außerdem können Sie sich so gleichzeitig vor der Altersarmut schützen. Dazu sollten Sie einfach mit Ihrem Arbeitgeber einen neuen Ausstiegstermin außerhalb der Regelaltersgrenze vereinbaren. Das können Sie im Fall, dass es dann immer noch für Sie infrage kommt, zu arbeiten, auch mehrmals hintereinander so machen.

Der Vorteil des Rentenaufschubs besteht darin, dass Sie zum einen Ihr Gehalt weiter beziehen und dann auch noch für jeden Monat, den Sie trotz Erreichens Ihres regulären Rentenalters die Rente noch nicht in Anspruch nehmen, einen Zuschlag in Höhe von 0,5 Prozent auf Ihre spätere Rente erhalten. Insgesamt ergibt das einen Rentenzuschlag von 6 Prozent im Jahr. Außerdem erhöht sich diese auch durch die weiter gezahlten Rentenbeiträge von Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

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