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Pflegedienstleistungen für die verschiedenen Pflegestufen

Welche Pflegedienstleistungen Ihnen bei den einzelnen Pflegegraden zustehen, erfahren Sie einfach erklärt in diesem Beitrag.

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Pflegedienstleistungen: ambulant vor stationär

Die ehemals sehr zeitbezogenen Pflegestufen führten zur sogenannten Minuten-Pflege, die auch als Satt- und Sauber-Pflege bezeichnet wurde. Die Betreuung und der Erhalt der Alltagskompetenz wurden eher vernachlässigt. Mit Inkrafttreten des Pflegestärkungsgesetzes I, II und III erfolgte auch eine Neudefinition des Pflegebedürftigkeitsbegriffes.

Dabei wurde auch das Prinzip „ambulant vor stationär“ beibehalten und verstärkt. Das bedeutet, dass im Vordergrund steht, eine ambulante Versorgung des Betroffenen so lange wie möglich aufrecht zu erhalten, bevor er voll.- oder sogar teilstationär gepflegt werden muss.

Welche Pflegedienstleistungen gibt es pro Pflegegrad?

Durch das Pflegestärkungsgesetz II ist die Anzahl der Versicherten, die Anspruch auf Leistungen der Pflegekasse haben, deutlich gestiegen. Dies einfach deshalb, weil die Unterstützung nach Einführung des Pflegegrades bereits früher ansetzt.

Pflegegrad 1 – folgende Pflegedienstleistungen gibt es

Für diesen Pflegegrad gibt es weder Pflegegeld noch Pflegesachleistungen, dafür wird der Entlastungsbetrag in Höhe von 125,00 Euro und ein Leistungsbeitrag für die vollstationäre Versorgung in Höhe von ebenfalls 125,00 Euro pro Monat bezahlt.

Pflegegrad 2 – das wird bezahlt

Im Pflegegrad 2 gibt es ein monatlich ein Pflegegeld in Höhe von 316,00, dazu Pflegesachleistungen im Betrag von 689,00 Euro sowie den Entlastungsbetrag in Höhe von 125,00. Abgesehen davon wird die vollstationäre Pflegeversorgung mit 770,00 Euro im Monat unterstützt.

Pflegegrad 3

Für diesen Pflegegrad gibt es 545,00 Euro Pflegegeld, dazu 1298,00 Euro an Pflegesachleistungen sowie den Entlastungsbetrag im Betrag von 125,00 Euro und eine Unterstützung der vollstationären Pflegeversorgung in Höhe von 1262,00 Euro. Alle Beträge werden monatlich gezahlt.

Pflegegrad 4

Hier wird ein monatliches Pflegegeld von 728,00 gezahlt, dazu Pflegesachleistungen in Höhe von 1612,00 Euro und der Entlastungsbetrag von 125,00. Die vollstationäre Pflege wird mit 1775,00 Euro im Monat unterstützt.

Pflegegrad 5

Für diesen Pflegegrad gibt es ein monatliches Pflegegeld in Höhe von 901,00 Euro, dazu kommen Pflegesachleistungen im Betrag von 1995,00 Euro und der Entlastungsbetrag mit 125,00 Euro. Für die vollstationäre Pflege gibt es in diesem Pflegegrad 2005,00 Euro im Monat.

Dieser Betrag steht Ihnen bei einem Pflegegrad 5 zur Verfügung

Ambulante Pflegediensleistungen der Pflegekasse

Wird ein Pflegebedürftiger zu Hause gepflegt, gibt es neben den Leistungen der Pflegekasse, die aus Pflegegeld, Pflegesachleistungen und Entlastungsbetrag besteht, auch die Möglichkeit, Pflegehilfsmittel, Verhinderungs- und Kurzzeitpflege sowie Tages- und Nachtpflege in Anspruch zu nehmen. Zusätzlich wird ein Zuschuss für eventuell notwendige Umbaumaßnahmen im Wohnbereich des Betroffenen gewährt.

Das Pflegegeld wird gezahlt, wenn etwa Angehörige oder Ehrenamtliche den Pflegebedürftigen unterstützen, versorgen oder sogar pflegen. Eine Kombination mit ambulanten Pflegesachleistungen ist möglich, wenn dazu ein ambulanter Pflegedienst zur Versorgung hinzugezogen wird. Eine Besonderheit regelt in diesem Zusammenhang der § 37 SGB XI. Nämlich dass das Pflegegeld auch für eine selbst beschaffte Pflegehilfe geleistet wird. Wichtig dabei ist, dass der Anspruch auf diesen Bezug nur dann besteht, wenn der Pflegebedürftige mit dem Pflegegeld seine Versorgung sowie notwendige körperbezogene Pflegemaßnahmen und etwaig notwendige Hilfen bei der Haushaltsführung in geeigneter Weise selbst sicherstellt.

Das Pflegegeld für selbst beschaffte Pflegehilfen beträgt im Pflegegrad 2316,00 Euro, für den Pflegegrad 3545,00 Euro, im Pflegegrad 4 werden 728,00 Euro bezahlt und im Pflegegrad 5901,00 Euro. Die Leistungen können monatlich bezogen werden.

Was sind Pflegesachleistungen

Wer einen ambulanten Pflegedienst zur Versorgung seines pflegebedürftigen Angehörigen in Anspruch nimmt, kann auch ambulante Pflegesachleistungen beziehen und diesen Betrag mit dem Pflegegeld kombinieren. Geleistet wird diese Unterstützung dann, wenn professionelle Pflegekräfte die Versorgung des Betroffenen übernehmen. Die Abrechnung erfolgt direkt mit der Pflegekasse.

Pflegehilfsmittel können ebenfalls bezogen werden

Für Pflegehilfsmittel wie Einmalhandschuhe, aber auch Inkontinenzauflagen für das Bett gibt es von der Pflegekasse pro Monat bis zu 40,00 Euro. Grundsätzlich gelten alle Geräte und Sachmittel als Pflegemittel, die die Pflege zu Hause ermöglichen bzw. erleichtern.

Was ist der Entlastungsbetrag

Wer als Pflegebedürftiger mit einem anerkannten Pflegegrad zu Hause versorgt wird, hat Anspruch auf den sogenannten Entlastungsbetrag in Höhe von monatlich 125,00 Euro. Damit können unterschiedliche Aspekte der Pflegeunterstützung wie beispielsweise eine teilstationäre Tages- und Nachtpflege, aber auch eine Kurzzeitpflege oder Leistungen der ambulanten Pflegedienste bezahlt werden.

Wichtig ist, dass die Belege und Rechnungen von anerkannten Leistungserbringern stammen und diese bei der Pflegekasse eingereicht werden. Der Entlastungsbetrag wird nicht im Voraus bezahlt, sondern dient im wesentlichen als Sachleistung. Hierbei geht der Angehörige oder der Pflegebedürftige selbst in Vorleistung, um den Betrag dann bei Rechnungseinreichung retourniert zu bekommen. Werden die Beträge im Monat nicht vollständig aufgebraucht, kann ein Übertrag ins Folgemonat oder sogar ins folgende Kalenderjahr erfolgen.

Mit einem entsprechenden Pflegegrad steh Ihnen ein Entlastungsbeitrag zu.

Was ist die Verhinderungspflege

Für die Pflegegrade 2 bis 5 gibt es die Möglichkeit, 1612,00 Euro in Anspruch zu nehmen. Es kann eine Ersatzpflege im Ausmaß von bis zu sechs Wochen finanziert werden. Dies gilt allerdings erst dann, wenn die Pflegeperson den Pflegebedürftigen in seinem häuslichen Umfeld mindestens sechs Monate bereits gepflegt bzw. betreut hat.

Von diesen 1612,00 Euro kann die Hälfte, also 806,00 Euro, für eine Verhinderungspflege angerechnet werden. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Kurzzeitpflege für ein Jahr nicht genutzt wurde bzw. wird. Für Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 gibt es diese Leistung der Verhinderungspflege nicht. Allerdings können sie sich dafür den Entlastungsbetrag von 125,00 monatlich anrechnen lassen.

Was ist die Kurzzeitpflege

Wer den Pflegegrad 2 bis 5 hat, der kann 1612,00 Euro für die sogenannte Kurzzeitpflege im Ausmaß von bis zu 8 Wochen in Anspruch nehmen. Auch hier gilt wieder, dass Pflegebedürftige mit dem Pflegegrad 1 keine Berechtigung für diese Leistung haben. Sie haben aber Anspruch auf den Entlastungsbetrag im Ausmaß von 125,00 Euro.

Auch ambulant betreute Wohngruppen werden unterstützt

Wird eine Pflegewohngruppe gegründet, werden einmalige Unterstützungsbeträge gezahlt. Für die Pflegegrade 1 bis 5 gibt es pro Person 2500,00 Euro bzw. 10000 Euro für die gesamte Wohngruppe. Damit können auch Betroffene, die über den Pflegegrad 1 verfügen, in den Genuss entsprechender Leistungen kommen.

Werden von einer Person der Wohngruppe besondere organisatorische oder betreuende bzw. hauswirtschaftliche Tätigkeiten übernommen, gibt es einen Wohngruppenzuschlag in Höhe von 214,00 Euro.

Umbaumaßnahmen des Wohnbereichs werden unterstützt

Für Einzelpersonen, die grundsätzlichen Anspruch auf einen Pflegegrad haben, gibt es für den altersgerechten Umbau der Wohnung bzw. des Zuhauses 4000 Euro. Wohnen mehrere Anspruchsberechtigte in einer Immobilie zusammen, kann sich dieser Zuschuss durch die Pflegeversicherung auf bis zu 16000 Euro erhöhen.

Pflegedienstleistung als Unterstützung bei der Tages- und Nachtpflege

Die sogenannte Tages- und Nachtpflege versteht sich als teilstationäre Pflegeunterbringung, die zeitweise in stationären Einrichtungen stattfindet. Seit Januar 2015 gibt es dafür zusätzlich zu dem Pflegegeld bzw. den Pflegesachleistungen entsprechende Unterstützungen. Wer einen Pflegegrad zwischen 2 und 5 hat, hat Anspruch auf diese Leistung, Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 müssen wiederum auf den Entlastungsbetrag zurückgreifen.

Die Höhe der Unterstützung für die Tages- und Nachtpflege liegt im Pflegegrad 2 bei 689,00 Euro, im Pflegegrad 3 bei 1298,00 Euro, für Pflegegrad 4 bei 1612,00 Euro und im höchsten Pflegegrad, nämlich 5, bei 1995,00 Euro monatlich.

Besonderheit in der Behindertenhilfe

Ist ein pflegebedürftiger Mensch in einer Einrichtung der Behindertenhilfe untergebracht oder wird von dieser versorgt, dann gibt es von der Pflegekasse neben den üblichen Pflegeleistungen zusätzlich 10 Prozent der Heimkosten bis zu einem Maximalbetrag von 266,00 Euro. Dies gilt wiederum für Personen mit Pflegegrad 2 bis 5.

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