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Arthrose Finger: Übungen die bei Fingerarthrose helfen

Arthrose Finger: Übungen, Symptome, Diagnose, Abgrenzung, Behandlung und einfache Tipps, die Sie selbstständig durchführen können.

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Was ist Arthrose im Finger?

Bei der sogenannten Fingergelenkarthrose liegt ein unnatürlich hoher Gelenkverschleiß in den Finger vor. Dieser macht sich bei den Betroffenen meist ab dem 40. Lebensjahr bemerkbar, wobei vor allem Frauen während der Wechseljahre betroffen sein können.

Es gibt unterschiedliche Formen der Arthrose im Finger, je nachdem, welches Fingergelenk genau betroffen ist. Sind dies die Fingermittelgelenke, so spricht der Mediziner von der sogenannten Bouchard-Arthrose. Sehr häufig tritt die Heberden-Arthrose auf, die vor allem die Fingerendgelenke betrifft. Am häufigsten ist die Rhiz-Arthrose, die im sogenannten Daumensattelgelenk auftritt, das sich an der Daumenbasis etwa in der Nähe des Handgelenks befindet.
Häufig sind von der Fingerarthrose, die als Verschleißerkrankung im Alter anzusehen ist, mehrere Finger betroffen, weshalb die Mediziner dann auch von der Fingerpolyarthrose sprechen.

Arthrose und Arthritis – gibt es einen Unterschied?

Ja, den gibt es. Denn Arthrose bezeichnet grundsätzlich den Zustand des Knorpels, übersetzt heißt Arthrose, nämlich „schlechter Knorpel“. Beim Begriff der Arthritis handelt es sich allerdings um die Entzündung, die sich aufgrund der Arthrose entwickelt. Man könnte auch sagen, dass die Arthritis der Oberbegriff vieler entzündungsbedingter Gelenkerkrankungen ist. Arthrose selbst bezeichnet dagegen einfach den Verschleiß des Gelenkknorpels.

Geht es darum, welcher der beiden Erkrankungen für den Betroffenen schlimmer ist, so ist die Antwort nicht eindeutig. Denn eine inaktive Arthrose, die auch als schlafende Arthrose bezeichnet wird, ist weit weniger schlimm als eine leichte Arthritis. Hat jemand hingegen ein noch gesundes Gelenk, leidet jedoch an einer schweren Arthritis, sind deren Schmerzen deutlich stärker als bei einer massiven Arthrose. Kurz gesagt leidet ein Betroffener also nicht unter Arthrose, sondern immer unter Arthritis. Nähere Informationen zu Arthritis finden Sie in diesem Beitrag.

Symptome der Fingergelenksarthrose

Eine Fingergelenksarthrose zeigt sich meist durch sichtbare Veränderungen in Form von knöchernen Vorwölbungen, aber auch Schwellungen und Rötungen an den Fingergelenken. Häufig sind dabei die sogenannten Bouchard-Knoten, das sind zweihöckrige Anschwellungen im Mittelgelenk des Fingers zu sehen. Im Röntgenbild sind häufig Gelenkverschmälerungen festzustellen. Der Betroffene leidet unter Bewegungsschmerzen, aber auch Einschränkungen beim Greifen und steifen Gelenken.
Erst in einem fortgeschrittenen Stadium kommt es zu regelmäßigen Schmerzen, die vor alle im Ruhezustand auftreten. Dann kommt es häufig auch zu einer Versteifung des Daumens oder sogar zu einer Instabilität, bei der das Gelenk ausgekugelt werden kann.

Folgende Symptome deuten auf Arthrose hin.

Diagnose der Fingerarthrose

Neben einer ausführlichen Anamnese, bei der es auch darum geht, ob und eventuell wie häufig im familiären Umfeld eine Arthrose aufgetreten ist, tastet der Arzt das betroffene Gelenk ab, um druckempfindliche Stellen festzustellen. Dazu kommen unterschiedliche Tests zum Einsatz, abhängig davon welcher Finger betroffen ist.

Ist das Daumensattelgelenk betroffen, wird der Grinding-Test angewandt. Dabei erfolgen rotierende Bewegungen am Daumen, wobei dieser gleichzeitig mit Druck entlang seiner Achse gedreht wird. Werden dabei Mahl- oder Reibegeräusche festgestellt und ist dieser Vorgang beim Betroffenen mit Schmerzen verbunden, leidet dieser unter einer sogenannten Rhizarthrose.
Auch der sogenannte Glickel-Drucktest wird zur Diagnose angewandt. Dabei wird der erste Mittelhandknochen beim Betroffenen in Streckstellung gebracht und gehalten, wobei der Arzt Druck auf dessen Basis ausübt. Kommt es dabei zu Schmerzen, muss eine fortgeschrittene Rhizarthrose diagnostiziert werden.

Liegt die Vermutung nahe, dass eine Heberden- oder Bouchard-Arthrose vorliegt, erfolgt die Diagnosestellung mittels Abtasten der jeweiligen Fingermittel- und Endgelenksknochen. Dies deswegen um Schwellungen oder Empfindlichkeiten festzustellen, wobei auch die Beweglichkeit der Gelenke überprüft werden. Unabhängig von der Form der Arthroseerkrankung kommen auch bildgebende Verfahren wie die Erstellung von Röntgen- oder Ultraschallbilder zum Einsatz.

Ursachen der Fingergelenkarthrose

In der Medizin werden zwei Arten der Fingergelenkarthrose unterschieden, die auch jeweils verschiedene Ursachen haben. Zum einen ist von der Primären Arthrose die Rede, bei der minderwertiges Gewebe im Knorpel zu einer Abnutzung des Gelenks führt, die übermäßig ist. Zum anderen gibt es die Sekundäre Arthrose, die aufgrund von stoffwechselbedingten oder hormonellen Störungen oder mechanischen Überlastungen im betroffenen Gelenk entsteht.

Behandlung der Fingergelenkarthrose

Zur Behandlung der Arthrose in den Fingergelenken gibt es – abhängig vom Schweregrad der Erkrankung – unterschiedliche Behandlungsansätze. Dazu zählen neben der Physiotherapie, die vor allem auf die Kräftigung der Muskeln setzt, in Ausnahmefällen auch die Ergotherapie, die die Handlungsfähigkeit der Betroffenen bei alltäglichen Bewegungen fördern soll.
Kommt es infolge der Arthrose zu zunehmender Instabilität der Fingergelenke, kann auch eine Schiene, die in diesem Zusammenhang als Orthese bezeichnet wird, helfen. Damit werden die betroffenen Gelenke ruhiggestellt und so der Kraftverlust minimiert bzw. die Schmerzen gelindert werden.

Zur Akutbehandlung kommen Schmerzmittel zum Einsatz, wobei es sich dabei um nicht-steroidale Entzündungshemmer handelt, die allerdings nur kurzfristig helfen. Sie stellen keinen langfristigen Therapieansatz dar. Viele Betroffene ziehen auch in Erwägung, Kortison ins betroffene Gelenk injizieren zu lassen. Auch hier gilt, dass es sich lediglich um eine temporäre Maßnahme handelt, die keine Langzeitwirkung hat. Injektionen mit Hyaluronsäure oder Glucosamin sollen den Knorpelaufbau unterstützen und die Gleitfähigkeit der Flüssigkeit in den Fingergelenken fördern. Im weit fortgeschrittenen Stadium der Fingergelenksarthrose kommen auch operative Maßnahmen zum Einsatz, entweder der Gelenkersatz mittels einer Prothese oder die komplette Versteifung des betroffenen Fingergelenks.

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung von Finger Arthrose.

Einfache Maßnahmen zur Gelenkunterstützung

Eine ganz einfache Maßnahme, um Gelenke im allgemeine, aber auch Fingergelenke im Besonderen, zu schonen, besteht daraus, auf Entlastung zu setzen. Wer über einen längeren Zeitraum die gleichen Handgriffe macht oder die gleiche Haltung der Hand hat, der sollte den Griff wechseln oder generell eine Pause einlegen.
Einfache Hilfsmittel wie Griffverstärker oder elektrische Küchenhelfer unterstützen eine gelenkfreundliche Arbeitsweise und sollten regelmäßig genutzt werden. Denn damit wird garantiert, dass die Finger immer achsengerecht eingesetzt werden und damit eine Verkantung der Gelenke ausgeschlossen wird.

Arthrose Finger: Übungen die bei Fingerarthrose helfen

Es gibt geeignete und einfache Übungen, die bei Fingerarthrose helfen bzw. deren Fortschreiten verzögern. Diese sollten mindestens ein- bis zweimal täglich mit jeweils fünf Durchgängen gemacht werden.

Arthrose Finger: Übungen – Fingerbeugen

Bei dieser Übung den rechten Arm ausstrecken und ihn von unten mit der linken Hand gerade halten. Dann den Daumen in Richtung Handfläche nach unten beugen und diese Stellung für einige Sekunden halten, bevor sie den Daumen wieder aufrichten. Dann die gleiche Übung für den Zeigefinger und alle übrigen Finger ausführen, bevor die gleiche Übung mit der rechten Hand wiederholt wird.

Arthrose Finger: Übungen – Handtuch bündeln

Hier die Hand, bei der die Handfläche nach unten zeigt, auf ein ausgebreitetes Handtuch legen und alle Finger spreizen. Dann die Finger einzeln zusammenziehen, indem die Hand nach unten auf den Tisch gedrückt wird. Dabei soll das Handtuch zwischen den einzelnen Finger quasi zusammengeschoben werden. Anschließend die Finger entspannen, bevor die Übung wiederholt wird.

Arthrose Finger: Übungen – Finger-Wandern

Ein Hand- oder Küchentuch flach auf den Tisch legen und die Hand nur leicht von den Fingerspitzen und den Daumen gestützt, darauf legen. In der Folge mit den Fingern quasi über die Oberfläche wandern, um das Handtuch direkt in die Handfläche zu ziehen. So viel wie möglich vom Handtuch in die Faust nehmen und dann zudrücken.

Arthrose Finger: Übungen – Finger-Heben

Die linke Hand mit der Handfläche nach unten flach auf den Tisch legen und die Finger spreizen. Nun jeden einzelnen davon, beginnend mit dem Daumen, langsam von der Oberfläche abheben und für ein bis zwei Sekunden oben halten. Dann langsam wieder absenken und die Übung gleich mit dem nächsten Finger durchführen. Nachdem alle von der linken Hand gehoben und gesenkt wurden, wird das Ganze mit der rechten Hand gemacht.

Arthrose Finger: Übungen – Ein O formen

Bei dieser Übung streckt man die Finger der linken Hand aus, bevor sie einzeln nach innen gekrümmt werden, bis sie sich berühren und die Form eines O annehmen. Diese Position dann für einige Sekunden halten, bevor die Finger wieder ausgestreckt werden. Diese Übung kann auch sehr guttun, wenn sich die Hände steif oder schmerzhaft anfühlen und kann auch mehrmals am Tag erfolgen.

Arthrose Finger: Übungen – Daumen hoch

Die linke Hand mit Daumen nach oben auf den Tisch legen und diese Position halten, wobei nach und nach die übrigen vier Finger nach innen gebogen werden. Dies langsam und so lange bis die Hand eine L-Form annimmt. Dies nun für einige Sekunden halten, bevor die Finger wieder gestreckt und in die Ausgangsposition zurückgebogen werden. Anschließend das Ganze auch mit der rechten Hand durchführen.

Arthrose Finger: Übungen – Linsen klauben

Eine sehr einfache Übung, die sich gut in den Alltag integrieren lässt, ist das Linsen klauben. Dazu einfach Linsen auf eine flache Unterlage geben und mit der ganzen Hand darin wühlen bzw. nach den einzelnen greifen. Grundsätzlich kann diese Übung sehr gut mit gekühlten Linsen erfolgen, wer jedoch gerade unter einer starken Entzündung der Fingergelenke leidet, kann das Gemüse auch vorher kurz erwärmen.

Arthrose Finger: Übungen – Mit Knete oder Ton spielen

Ebenfalls einfach, aber effektiv, ist es, wenn der Betroffene mit Knete oder Ton spielt. Damit wird die Bewegungsfreiheit der Finger erhöht und gleichzeitig Schmerzen gelindert. Zudem werden die Hände im gesamten gestärkt. Was genau mit der Knete passiert, ist dabei eigentlich egal. Man kann sie zu einem Ball rollen oder mit den Handflächen lange Schlangen formen bzw. mit den Fingerspitzen Zacken zu bilden.

Weitere Krankheiten, welche die Finger betreffen

Neben Arthrose und Asthritis gibt es weitere Krankheiten, die ihre Auswirkungen und Folgen vor allem an den Fingern zeigen. Beispielsweise wird Asterixis als ein spezielles Symptom bezeichnet, das infolge einer metabolischen Gehirnschädigung auftritt. Diese wiederum kann eine Folge von Leber- oder Nierenbeeinträchtigungen sein. Deshalb leiden Betroffene von Asterixis an einem Zittern der Hände. Außerdem können unwillkürliche, meist rhythmische Schüttelbewegungen an unterschiedlichen Körperpartien wie Hände, Arme oder Kopf von Tremor verursacht werden.

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