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Was ist die Grundsicherung und wie wird diese beantragt?

Die Grundsicherung ist ein Instrument, das vor Armut schützen soll. Wir erklären, wem die Grundsicherung zusteht und wie Sie sie beantragen.

Auch in einen vergleichsweise reichen Land wie Deutschland nimmt die Armut in bestimmten Gruppen zu. Eine Grundsicherung ist oftmals die letzte finanzielle Rettung, die das Überleben sichert. Das gilt nicht zuletzt für viele Senioren, die – zumal dann, wenn sie nicht in den eigenen vier Wänden wohnen – mit ihrer normalen Rente allein oftmals nicht mehr klar kommen.

So galten bereits 2019 knapp 16 Prozent aller Menschen über 65 als armutsgefährdet, wobei auch die Regionen, in der viele Senioren leben, offenbar ihren Teil zur sich abzeichnenden Notlage beitragen.

Steigende Fallzahlen und regionale Unterschiede geben Anlass zur Sorge!

Dabei erwies sich das Risiko, im Alter in Armut zu leben, im Saarland und in Rheinland-Pfalz als deutlich höher als in Schleswig-Holstein. Auch Frauen gelten weitaus gefährdeter für eine Altersarmut als ihre männlichen Altersgenossen, was nicht zuletzt mit schlechter bezahlten Berufen, aber auch mit familiär bedingten Pausen wie der Kindererziehung oder aber der ehrenamtlichen Versorgung von Pflegefällen im engsten Verwandtenkreis zu tun hat.

Hier können immerhin die Beitragszahlungen zur Rentenversicherung für pflegende Angehörige ein wenig Abhilfe schaffen. Dennoch bleibt es bei der bitteren Erkenntnis, dass viele Frauen im Ruhestand oftmals weniger als 600 Euro monatlich zur Verfügung haben.
So liegt nach Auskunft der Deutschen Rentenversicherung die durchschnittliche gesetzliche Rente einer Frau bei gerade einmal 665 Euro im Monat.

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Wann ist man arm?

Eine fatale Erkenntnis, denn natürlich lässt sich mit diesen Summen kein menschenwürdiges Leben bestreiten. Zumal dann nicht, wenn auch noch Mietzahlungen und/oder Zuzahlungen zur medizinischen oder pflegerischen Versorgung im Raum stehen.
Doch wann gilt man als arm? Nun, hier hat man für einen Single- bzw. Ein-Personen Haushalt eine Grenze von 1074 Euro im Monat festgesetzt. Wem 2019 weniger Mittel zur Verfügung standen, der galt bzw. gilt bereits als arm.

Die Grundsicherung – eine Definition

Um Armut bzw. der Unterversorgung bestimmter Personengruppen vorzubeugen, gibt es daher Instrumente wie die so genannte Mindest- oder Grundsicherung, die auch unter dem Begriff Grundversorgung bekannt ist. Ziel dieser Grundsicherung ist es, eine bedarfsorientierte Sicherung des Lebensunterhaltes und damit ein menschenwürdiges Leben zu gewährleisten.

Derartige Sicherungssysteme zur Bekämpfung von Armut sind – in unterschiedlichen Ausgestaltungen – übrigens in den meisten europäischen Staaten bekannt. In Deutschland werden solche Leistungen, die unter anderem eine zu niedrige Rente aufstocken können, aus Steuergeldern finanziert und die Rahmenbedingungen dazu sind im Sozialgesetzbuch geregelt.

Welche Arten der Grundsicherung gibt es?

Dabei unterscheidet man zwischen einer Grundsicherung für Arbeitslose, dem Sozialgeld für Nichterwerbstätige und einer Grundsicherung im Alter bzw. bei Erwerbsminderung. Das, was wir umgangssprachlich als Hartz IV bezeichnen, stellt also auch eine Form der Grundsicherung dar.
Politisch diskutiert wir bekanntlich zudem eine so genannte Kindergrundsicherung.

Wann lässt sich eine Grundsicherung beantragen?

Der Antrag zur Grundsicherung

Somit kann, wenn wir nochmals zur Gruppe der Senioren und Pflegebedürftigen zurückkehren, jedermann und jede Frau, deren/dessen Alters- oder Erwerbsminderungsrente zu gering ausfällt, eine Grundsicherung beantragen.
Nach Auskunft der Berliner Senatsverwaltung umfasst die Grundsicherung ein bestimmten Regelbedarf plus Kosten für Unterkunft und Heizung. Unter Umständen können auch so genannte Mehrbedarfe, zum Beispiel bei Menschen mit einer Schwerbehinderung (Merkzeichen G oder aG) und/oder bei einer medizinisch notwendigen kostenintensiven Ernährung geltend gemacht werden.

Auch einmalige Bedarfe, wie eine Erstausstattung der Wohnung, kommen in Betracht.
Benötigt werden, neben den Personaldokumenten, die Rentenunterlagen bzw. ein Nachweis über die dauerhafte Erwerbsminderung, zum Beispiel bei pflegebedürftigen Personen. Zudem müssen Einkommens- und Vermögensnachweise – zum Beispiel über zusätzliche Bauspar- oder Riesterverträge – erbracht werden.

Von Belang sind nicht zuletzt die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung wie auch Mietverträge, da dadurch nun mal die laufenden Kosten bestimmt werden. Denn letzten Endes liegen hier Einzelfallentscheidungen vor, da sogar die Art und Weise, wie in einem Wohnobjekt die Warmwasseraufbereitung erfolgt, einen Teil zur Ermittlung der Bedarfszahlen beiträgt.

Zudem unterstellt der Gesetzgeber, wie wir oben bereits gesehen haben, bei bestimmten Handicaps automatisch einen Mehrbedarf. Der liegt zum Beispiel bei gehbehinderten Personen, die allein leben, bei immerhin 75,82 Euro über der ansonsten üblicherweise geltenden Regelbedarfsstufe.

Das Verfahren und die Berechnung sind also durchaus aufwendig. Denn Einkünfte, etwa aus Mieteinnahmen und/oder Sparverträgen, können die Ansprüche wiederum mindern.

Was bedeutet die Grundrente in Sachen Grundsicherung?

Bekanntlich soll zudem im Januar 2021 die so genannte Grundrente, quasi als „Anerkennung“ für Menschen, die zwar viele Jahre erwerbstätig waren, dabei jedoch nur unterdurchschnittlich verdient haben, in Kraft treten. Ein Instrument, das die eigentlich ausgezahlte gesetzliche Rente bereits im Vorfeld aufgestockt.

Allerdings befürchten Experten bereits jetzt, dass auch damit viele Senioren nicht in der Lage sein werden, ihren Unterhalt allein zu bestreiten, so dass sich Grundrente und Grundsicherung nicht zwangsläufig ausschließen. Es wird vielmehr auf die genauen Zahlen ankommen.

Unser Fazit

Die Grundsicherung ist ein gerade im Alter wichtiges, aber durchaus kompliziertes Instrument, da es hier um den tatsächlichen Bedarf geht. Dennoch sollte sich niemand von dem „Papierkrieg“ abschrecken lassen. Die beste Gegenstrategie, um einer Armut im Alter vorzubeugen, stellen indes nach wie vor selbstgenutztes Wohneigentum und/oder gut bezahlte Berufe, die hohe Beitragszahlungen und damit hohe Rentenansprüche generieren, dar.
Es gilt also, bereits in jungen Jahren – und das schon während der Schul- und Berufsausbildung – fürs spätere Alter vorzusorgen!

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